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Blog Brina

Praktikerin berichtet: Was in der Schafhaltung verdient wird

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am Donnerstag, 12.08.2021 - 05:00 (2 Kommentare)

In der Landwirtschaft Geld zu verdienen, wird immer mehr zur Herausforderung - auch in der Schafhaltung. Schäferin Brina erklärt, warum sie ohne Subventionen ihre Kosten oft nicht decken kann.

Hey Hofhelden,

heute habe ich ein sehr kritisches Thema für euch. Es geht um die Preise in der Schafhaltung. Wer denkt, mit der Schafhaltung sei viel Geld zu verdienen, der liegt leider falsch, denn es gibt einige Unkosten, an die viele nicht denken:

  • Kraft- und Mineralfutter für die Tiere
  • Hohe Aufzuchtkosten für Schlachtlämmer
  • Schlechte Preise für Wolle

Im Folgenden will ich darauf etwas näher eingehen.

Schäfer dürfen Flächen nicht düngen

Es geht mit der Landschaftspflege los. Wir haben Verträge auf den Flächen und die beeinhalten leider auch, dass wir unsere Flächen nicht düngen dürfen. Jeder, der sich schon einmal mit diesem Thema befasst hat und eigentlich jeder, der etwas mit der Landwirtschaft zu tun hat, weiß, dass der Nährwert des Futters immer schlechter wird, wenn nicht gedüngt wird.

Der Boden gibt an die Pflanze Nährstoffe ab, die das Tier aufnimmt. Werden dem Boden keine Nährstoffe zugeführt, ist er irgendwann so nährstoffarm, dass wir mehr Kraft- und Mineralfutter zukaufen müssen, um die Tiere vernünftig zu ernähren.

Feilschen um die Schlachtlämmer

Das nächste ist dann der Preis, den wir für unsere Schlachtlämmer bekommen. Aufgrund des schlechten Grundfutters müssen wir wie gesagt mehr Kraftfutter einsetzen. Das treibt natürlich die Kosten für die Aufzucht in die Höhe und unser Gewinn schrumpft. Zudem feilschen viele Händler, die die Lämmer kaufen, um jeden Cent. Das finde ich echt traurig.

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Bei unserem Händler ist das zum Glück nicht so. Er überweist uns schon vorher einen Teil des Gelds, bevor er die Lämmer gesehen hat. Den Rest gibt es, wenn er die Lämmer geholt hat. Er handelt nicht, der Preis steht fest und alles ist gut. Warum das so ist? Ganz einfach: er möchte nicht zu viel Bargeld bei sich tragen, da es vermehrt zu Überfällen auf Rasthöfen kommt. Außerdem herrscht so eine Vertrauensbasis, die man nicht sehr oft hat. Nur mit Ehrlichkeit kommt man weiter.

Kaum Einnahmen aus der Wolle

Zu guter Letzt ist da noch die Wolle. Wir scheren unsere Schafe nicht selber und jedes Schaf, das geschoren wird, kostet natürlich Geld. Wir bezahlen um die 3 Euro pro Schaf. Hinzu kommen die Verpflegungkosten der Schafscherer. So kommt man je nach Größe der Herde auf eine gute dreistellige Summe. Im Gegensatz dazu bekommen wir nach jetzigem Stand 5 ct/kg für bunte Bergschafwolle und 25 ct/kg für die weiße. Insgesamt haben wir immer etwa 2 t Wolle zu verkaufen, die Ennahmen decken also nicht einmal ein Zehntel unserer Scherkosten.

Ihr seht also an diesem Beispielen, dass wir die Subventionen brauchen, um unsere Kosten zu decken.

Bis bald,

Eure Brina

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