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Blog Christina

Rückblick: Christinas Spargelsaison 2021 mit Höhen und Tiefen

Bild von Christina und Spargel
am Freitag, 16.07.2021 - 09:49 (Jetzt kommentieren)

Nach einer anstrengenden Spargelsaison findet Christina die Zeit, ein Fazit zu ziehen und berichtet, was ihr am meisten Antrieb gegeben hat.

Hallo ihr fleißigen Hofhelden,

da war er nun, der heißersehnte 24. Juni 2021. Für uns Spargelanbauer-Familien immer ein Datum, worauf es hinzuarbeiten gilt – praktisch unser Licht am Ende des Tunnels.

Denn dieser 12 Wochen lange Tunnel, voller Höhen und Tiefen, hatte es für uns wieder arbeitstechnisch wie auch emotional in sich. So war bspw. die Anreise für unsere Saisonarbeitskräfte aus Polen und Rumänien in weiten Teilen einfacher als im vorherigen Jahr, die Situation in unserem Saisonrestaurant hingegen deutlich dramatischer.

Aaaber eins nach dem anderen:

Es war Mitte Februar, als die ersten Sonnenstrahlen am Himmel zu sehen waren und das Telefon langsam zu bimmeln begann, mit Nachfragen von Kunden und Gästen, wann es den ersten Spargel geben wird. An dieser Stelle möchte ich nochmal betonen, dass es Mitte Februar war und kalte Monate hinter uns (und wie wir leider nicht wissen konnten auch noch vor uns) lagen. Meine Mutter ermutigte mich immer wieder, aus diesen Anrufen Vorfreude auf die kommende Spargelsaison zu gewinnen und dass es doch zeige, wie „heiß“ unsere Kunden auf Spargel seien – aber es wollte mir nicht gelingen. Die große Unsicherheit lag einfach wie ein Schatten über mir, teilweise auch meinen Eltern und dem Betrieb.

Wir ließen uns von dieser Unsicherheit aber nicht entmutigen. Ganz im Gegenteil: Wir schauten, wie wir mit interessanten Kooperationen (Zusammenarbeit mit Peter Telgmann siehe Blogbeitrag …) und neuen Projekten (wie das, mit der Gemeinschafts-Spargelhütte mit meinem Freund Philipp siehe Blogbeitrag #projektspargelhütte) weiterhin im Gespräch bleiben und die Zeit bis zur Hofcafé- und Restaurant-Wiedereröffnung überbrücken konnten. Dies gelang uns verhältnismäßig ganz gut und durch den Start der Spargelernte Ende März wurde uns ohnehin nicht langweilig.

Spargelsaison drei Wochen später gestartet

Denn Ende März, und damit fast genau 3 Wochen später als im Jahr 2020, lugten die ersten Spargelstangen aus dem Damm. Und damit begann für uns die Spargelsaison 2021, welche wir nicht nur erstmalig mit unserem Betriebsleiter Yannik bestritten, sondern auch mit einer neu gekauften vollautomatischen Spargelsortiermaschine. Diese auf unsere Wunsch-Spargelsortierungen einzustellen, kostete einige Nerven, insbesondere die meines Vaters. Rückblickend war die Investition aber mehr als richtig, konnten wir so bei Spargelengpässen schnell noch einmal nachsortieren und damit unsere Kunden glücklich machen.

Spargel

Dass wir die Spargelsaison jedoch das zweite Jahr in Folge nicht in unserem Saisonrestaurant einläuten durften, tat insbesondere meiner Mutter ungemein weh. Denn auch die Aussicht auf eine Besserung und eine möglichst baldige Öffnung der Gastronomie, schien nicht in Sicht. So entschieden wir uns kurzerhand, gemeinsam mit unserem Koch Tobias – der ja auch zum Nichtstun verdammt wurde – wenigstens unseren Kunden ein Spargel-Ostermenü anzubieten. Welches auch auf großen Anklang gestoßen ist, uns aber auch gezeigt hat, dass Spargel kein Produkt für ein klassisches „To-Go“-Geschäft ist. Er schmeckt einfach am besten, wenn er frisch vom Feld, über den Herd auf den Tisch serviert wird…

Gastronomie durfte wieder öffnen

Mit dem allmählich sinkenden Inzidenzwert in unserem Kreis, durfte dann endlich am 20. Mai auch unsere Außengastronomie öffnen. Und damit genau genommen 200 Tag, 4.800 Stunden, 288.000 Minuten und noch mehr Sekunden nach der Schließung im November – kurzum: Eine gefühlte Ewigkeit! So richtig freuen, konnten wir uns jedoch nicht darüber. Denn problematisch daran war Folgendes: Wir haben auf unserer Innenhof-Terrasse „nur“ zwanzig Plätze. Und bei dem bis dato beständig schlechten Maiwetter war es dann wirtschaftlich nicht reizvoll, dafür unsere Küchentore zu öffnen und alles hochzufahren. Demnach boten wir vorerst nur Kaffee und Mamas leckeren selbstgebackenen Kuchen an und beteten, dass alsbald die Inzidenzgrenze von 35 geknackt und stabil gehaltenwürde. 

Unser Beten wurde erhört, sodass wir glücklicherweise ca. eine Woche später auch unseren Innenbereich wieder öffnen durften und damit noch gute 4 Wochen unseren Spargel frisch vom Feld auf den Teller bringen und in viele zufriedene Gesichter blicken konnten. All das sowie die große Dankbarkeit der vielen Gäste, die uns entgegengebracht wurde, endlich wieder „raus“ und sich etwas gönnen zu können, haben wir mehr als dringend gebraucht. Nach nun vier Wochen Spargelsaison im Restaurant und dem Restart des Frühstücksbuffets, sind unsere Akkus langsam wieder gefüllt, sodass wir motiviert in die Zeit nach der Spargelsaison starten.

Was diese für uns bereit hält und wie in diesem Zusammenhang, die ersten 200 Tage auf unserem Hof von unserem Betriebsleiter Yannik waren, berichte ich im nächsten Blogbeitrag.

Sonnige Grüße aus Brüggen,

Eure Christina

Finde hier heraus, welche Gedanken sich Christina rund um den Genholter Hof macht!

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