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Gastblog Leon

So funktioniert die Sauenbelegung im Freilaufsystem

Selfie von Leon im Belegungsstall
am Mittwoch, 02.06.2021 - 09:35 (Jetzt kommentieren)

Junglandwirt Leon belegt seine Sauen im Freilaufsystem. Er erklärt, wie das abläuft und warum er das macht.

Hallo liebe Hofhelden,

auf unserem Betrieb werden Ferkel geboren. Dazu gehört auch das Belegen der Sauen, das heißt die Tiere werden besamt. Wir halten die Tiere dort in einem Freilaufsystem und das möchte ich heute vorstellen.

Was ist eigentlich eine Selbstfangbucht?

Der Stall besteht aus

  • Selbstfangbuchten
  • und dem dazugehörigen Auslauf im Stall.
Sauen auf der Liegefläche im Freilaufsystem

In Selbstfangbuchten, so wie es der Name schon sagt, können die Tiere rein- und rausgehen so wie sie es wollen. Der Vorteil ist, dass die Sauen dort ruhen oder laufen, wo es ihnen passt. Hinter den Boxen befindet sich auch Auslauf für die Tiere. Jede Sau hat mit Liegefläche 2,5 m² Platz. Das Futter und Wasser wird in den Buchten angeboten, so können die Tiere in Ruhe fressen und saufen.

Warum springen rauschende Sauen auf?

Wir könnten die Tiere festsetzen, also in den Boxen einsperren. Das machen wir aber bewusst nicht. Auf vielen Betrieben in der Ferkelerzeug stehen die Sauen zur Belegung fest in einer Box und zwar aus folgendem Grund: Wenn Sauen rauschen (Rauschen nennt man die Zeitspanne vor dem Belegen), springen sie oft auf den Rücken anderer Tiere. Das sind sogenannte Rauschesymptome; die Sauen machen den Eber nach. Das Aufspringen kann allerdings Lahmheiten und Gelenkprobleme verursachen.

Bei uns ist das Aufspringen natürlich auch ein Thema. Allerdings können sich die Sauen in ihre Boxen zurückziehen und somit Problemen aus dem Weg gehen. Zudem Sortieren wir die Sauen nach Alter und Kondition, dadurch sind die Gruppen auch ruhiger.

Wie läuft das Belegen der Sauen?

Am Montagmorgen werden die Sauen abgesetzt. Muttersau und Ferkel werden nach der 28-tägigen Säugezeit getrennt. Dadurch kommen die Sauen in die Rausche, weil sie positiven Stress erfahren und zwar aufgrund …

  • … des Stallwechsels
  • … des Futterwechsels
  • … der Bewegung (der Vorteil unseres Systems)
  • … die Flushing-Fütterung (die Tiere bekommen ab Dienstagmittag per Futter)

Die Tiere stehen von Montag bis Donnerstag mit 15 Tieren in einer Gruppe. Am Donnerstagmorgen teilen wir die Sauen in zwei Gruppen auf, um den Tieren zur Besamung möglichst wenig Stress zu bieten.

Sauen werden belegt

Donnerstagsabend werden dann die ersten Tiere besamt. Durch die freie Bewegung haben wir öfter Sauen, die über 96 Stunden dulden, also besamungsfähig sind. Das ist sehr lange, in anderen Betrieben sind es meist 76 Stunden. Aus dem Grund werden bei uns alle Sauen dreimal in einem Zeitabstand von 20 Stunden besamt. Am darauffolgenden Montag führen wir die 15er Gruppe wieder zusammen. So gibt es kaum Probleme mit Lahmheiten.

Welche Vorteile hat das Freilaufsystem bei der Sauenbelegung?

Mein Vater hat den Stall 1980 gebaut und seitdem führen wir das Freilaufsystem durch. Wir sind damit sehr zufrieden und ich denke, dass es sich in Zukunft auf jedem Betrieb etablieren wird. Denn die Vorteile der Bewegung dienen nicht nur der Fruchtbarkeit, sondern werden auch den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht.

Meine Meinung: Geht es den Tieren gut, geben sie dir auch Gutes zurück.

In diesem Sinne,

Euer Leon

Sauenhaltung: Ein Landwirt versorgt große Würfe in Bewegungsbuchten

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