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So wird der SB-Hofladen zum Erfolg: Tipps von Junglandwirtin Julia

Ein Selfie von Julia vor ihrer SB-Verkaufshütte
am Dienstag, 08.03.2022 - 14:05 (Jetzt kommentieren)

Seit September verkauft Junglandwirtin Julia die Produkte des Lindenhofs im Selbstbedienungshofladen - und die Kunden nehmen das Angebot dankend an. Hier verrät sie ihr Erfolgsgeheimnis.

Hei Hofhelden,

Am 1.9.21 haben wir im Familienkreis unsere SB-Hütte eingeweiht – das hatte ich ja schon in meinem unerfreulichen Beitrag über unseren Hofladen-Dieb erwähnt. Jedenfalls haben mein Papa, mein Onkel und ich in vielen Stunden Arbeit unser „Lindenhüttle“ gebaut. Da wir noch nicht abschätzen konnten, ob oder wie das ganze bei den Kunden ankommt, haben wir die Hütte auf zwei Plastikpaletten gebaut. So ist das ganze sozusagen mobil und wir könnten die Hütte umstellen oder anderweitig nutzen.

Verkaufshütte aus eigenem Holz

Praktischerweise hatten wir vor einigen Jahren mal Holzbretter aus Stämmen aus unserem Wald sägen lassen. Die kamen für dieses Projekt zum Einsatz kamen. Hobeln, Sägen, Bohren, Schleifen: einen Tag und zwei Abende hat es gedauert, bis die Hütte fertig war. Mein Papa und ich hatten uns den Bau etwas schneller vorgestellt, aber wenn der Onkel Schreiner ist, wird aus so einem schnellen „Bauernhüttle“ doch gleich ein anspruchsvolles Projekt ;)

Julias Verkaufshütte, das "Lindenhüttle"

Man muss vielleicht auch sagen „Gott sei Dank“, weil sonst wäre unser Lindenhüttle sicher nicht ganz so schön geworden. Damits nicht nur schön aussieht, sondern auch gut läuft, sind folgende Dinge wichtig:

 

  • Die Lage der Selbstbedienungshütte
  • Das Angebot der Direktvermarktung
  • Die Kommunikation mit dem Kunden

Auf alle drei Punkte will ich im folgenden etwas näher eingehen.

Worauf kommt es bei der Lage meiner Verkaufshütte an?

Ganz wichtig für den Erfolg einer SB-Hütte ist natürlich die Lage. Gibt es viel Laufkundschaft? Liegt die Hütte vielleicht sogar an einer stärker frequentierten Straße? Kann man mit dem Auto direkt an der Hütte halten?

Unser Hof liegt zwar nicht direkt an einer stark befahrenen Straße, da die Hauptstraße oberhalb von unserem Ort vorbeigeht. Doch sie führt direkt an unserer Wiese am Ortseingang vorbei. Dort haben wir ein kleines Schild angebracht, das auf das Lindenhüttle hinweist. Jedoch haben wir festgestellt, dass unsere Hauptkundschaft tatsächlich Radfahrer oder Spaziergänger sind, die durch unser beschauliches Dörfchen kommen sowie Leute aus unserem Ort oder aus Nachbardörfern.

Was biete ich den Kunden im SB-Hofladen an?

Sicher entscheidet auch das Angebot in der SB-Hütte, wie gut das Ganze von den Leuten angenommen wird. Die SB-Hütte ist bei uns vor allem deswegen entstanden, weil wir vom Haustürverkauf und der damit verbundenen, ständigen Erreichbarkeit wegkommen wollten. So gibt es in unserem Lindenhüttle erst mal ausschließlich unsere eigenen Produkte, also Freilandeier und Kartoffeln sowie die Fleisch- und Wurstprodukte, die meine Schwester aus unseren Rindern herstellt.

Julia steht in ihrer Verkaufshütte und hält einen Eierkarton in den Händen.

An der Stelle muss ich aber erwähnen, dass wir unseren Brottag jeden Donnerstag auch immer noch haben. An dem holen die Kunden ihre bestellten Brote weiterhin an unserer Haustür ab. Viele nehmen da natürlich dann gleich noch Kartoffel, Eier und Wurst mit und erledigen somit alles in einem Aufwasch. Da Donnerstag für meine Mama aber der „eh-da-Tag“ ist, passt das für uns so ganz gut und bedeutet nicht unbedingt einen direkten Mehraufwand.

SB-Hofladen: Wie wichtig ist der Kundenkontakt?

Mit einer der wichtigsten Punkte beim SB-Verkauf ist für mich jedoch die Kommunikation mit den Kunden. Natürlich trifft man nicht jeden persönlich – dann wäre ja auch der Sinn einer SB-Hütte irgendwie hinfällig – aber trotzdem versuche ich, meine Kunden durch kleine Aushänge mitzunehmen, damit sie zum Beispiel bei einer Preiserhöhung auch wissen, wieso oder weshalb das jetzt so ist. Wenn ich dann aber mal zufällig vorbeikomme und die Kundschaft gerne einen kleinen Ratsch halten möchte, nehme ich mir die Zeit selbstverständlich gerne. Sie sollen sich ja schließlich willkommen und wohlfühlen.

Ein mit einer Holzblume dekoriertes Fenster in Julias Verkaufshütte.

Deswegen versuche ich übrigens auch, unser Hüttle angelehnt an die Jahreszeiten mit ein bisschen Deko zu verschönern. Auch die unmittelbare Umgebung sollte natürlich dazu passen, deshalb steht neben unserem Lindenhüttle eine alte Milchkanne, in der aktuell „Palmkätzla“, also Palmkätzchen, stecken.

In den Kunden hineinversetzen

Allgemein würde ich sagen, wenn ihr das Gefühl habt, dass eine SB-Hütte gut zu eurem Betrieb und vor allem zu euch passen würde, dann probiert es doch einfach mal aus. Auch, wenn’s am Anfang vielleicht eine kleine Umstellung ist, dann steckt nicht gleich den Kopf in den Sand sondern bleibt einfach dran und denkt aus Sicht des Verbrauchers: Was würde mich als Kunde stören? Oder wie würde ich als Kunde gerne die Produkte präsentiert haben?

Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Einblick in die Arbeit rund um den SB-Verkauf bekommen. Falls ihr weitere Fragen oder natürlich auch Verbesserungsvorschläge habt, bin ich natürlich über Instagram immer über einen Austausch dankbar.

Bis dahin - Liebe Grüße,

Eure Julia

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