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Blog Studienkurs

So wirke ich als Landwirt auf andere

Zwei Junglandwirtinnen beim Interviewtraining: Luisa Kruthaup (links) und Fenja Badura im Seminarraum.
am Freitag, 17.12.2021 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Der Niedersächsische Studienkurs findet dieses Jahr wieder in Präsenz statt. Luisa und Fenja, zwei der Teilnehmerinnen, freuen sich darüber sehr. Denn worauf es wirklich ankommt, wenn man im Rampenlicht steht und im Interview unter Druck gerät, das kann man doch besser üben, wenn man dem Trainer direkt gegenüber steht und Publikum hat.

Hallo Hofhelden,

diesmal geht’s Richtung Nienburg, Hannover und Walsrode zu unserem zweiten Block des 18. Studienkurses Niedersachsen. Beim ersten Mal waren wir ja unter anderem bei Greenpeace, diesmal wollen wir an uns und unseren Stärken arbeiten. Wir beide, das sind Luisa und Fenja, beide Mitte zwanzig, beide Landwirtinnen. Ich, Fenja, komme aus dem Landkreis Cuxhaven von einem Milchviehbetrieb, und ich, Luisa, stamme aus dem Landkreis Vechta, wo ich einen Mastschweinebetrieb bewirtschafte.

Wir beide nehmen an dem Studienkurs teil, um uns persönlich weiterzuentwickeln, das Ehrenamt besser kennenzulernen und um neue Leute kennenzulernen. Und nun möchten wir euch gerne von unserer erlebnisreichen Woche mit dem Studienkurs Niedersachsen berichten. Denn ganz besonders haben wir uns darüber gefreut, die Gruppe wiedersehen, die vielfältiger nicht sein kann: verteilt von Wolfenbüttel (Harzvorland) bis zur Nordsee sind auch unterschiedlichste Betriebsschwerpunkte in unserer Gruppe vertreten.

studienkurs-2021-22-Block2-Gruppenbild

Eine besondere Ehre war es uns, den Landvolkpräsidenten Dr. Holger Hennies zu treffen. Es hat uns sehr gefreut, dass er sich viel Zeit für uns nahm und auf all unsere Fragen einging. Er wirkte auf uns sehr nahbar. Es war ein tolles Gespräch! Wir sprachen unter anderem über den Niedersächsischen Weg und seine Entstehung. Das machte uns seine Bedeutung nochmal richtig bewusst.

Richtig reagieren auf schwierige Fragen

Im zweiten Teil wurden wir dann richtig fit gemacht für die Öffentlichkeit. Und das war nun wirklich unser Highlight der Woche: Coaching im öffentlichen Auftritt mit Eberhard Breuninger und Dr. Florenz Goldbeck. Wahnsinn, welch eine persönliche Weiterentwicklung wir erfahren durften!

studienkurs-2021-22-Block2-Breuninger

Ein bisschen nervös waren wir vorher schon. Wie zum Beispiel reagiert man passend auf unangenehmere Fragen? Sollen wir wirklich gefilmt werden? Oh je...

Entwarnung. Wir werden nicht direkt gefilmt. Zunächst begann alles eher traditionell mit einer Vorstellungsrunde. Aber viel tiefergehend, als man das sonst gewöhnt ist. Fragen wie, was kann ich gut oder worauf bin ich stolz, sollten mit eingebracht werden. Ungewöhnlich, sich darüber Gedanken zu machen. Hinzu kam, dass wir nach jeder Vorstellung, die in Form eines Auftritts durchgeführt wurde, ein Feedback erhalten haben. Hierzu können wir nur sagen: Feedback ist nicht gleich Feedback. Besonders wertschätzend und leicht anzunehmen ist es, wenn die drei W´s berücksichtigt werden:
  • Wahrnehmung
  • Wirkung
  • Wunsch
Sollte jeder mal im Hinterkopf behalten ;- )

Ganz getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ ging es mit den Übungen für Öffentlichkeitsarbeit weiter. In kleinen Teams haben wir Begrüßungen für unterschiedliche Zielgruppen erarbeitet und präsentiert. Zum Bespiel für eine Fridays for Future-Gruppe, die unsere Höfe besichtigt. Die Individualität der Gruppen ist nicht zu unterschätzen. Andere Zielgruppe, andere Begrüßung.

Sagt euch der Rhetorische Fünfsatz oder die Standpunktformel etwas? Nein? Dann können wir euch nur empfehlen, euch darüber zu informieren. Genau das haben wir nämlich gelernt. Egal ob im privaten Umfeld oder in ehrenamtlichen Positionen: Es ist wichtig, seinen Standpunkt angemessen wiederzugeben. Leichter gesagt als getan. Ohne die richtige Struktur kann es passieren, dass unser Gegenüber nur Bahnhof versteht. Diese Struktur bewirkt wahre Wunder in der Umsetzung. Wir haben es bei den Filmaufnahmen beobachten können.

Übrigens: Vor der Kamera zu stehen und sich später die Aufnahmen anzuschauen, ist eine echt interessante Erfahrung und weniger schlimm als zuvor gedacht. Es ist sogar sehr hilfreich.

Kurze Antworten, positiv denken

Last but not least haben wir gelernt, wie wir uns in Interviews gut schlagen können. Das ist natürlich im Übertragenen Sinne gemeint :- ) Wir Landwirte haben oft die Neigung, unserem Gegenüber unser ganzes Wissen und das ganze Umfeld erklären zu wollen, um unseren Berufstand wieder in ein gutes Licht zu rücken. Doch wenn man mal in die Situation kommt und ein Interview geben soll, ist dies gar nicht das entscheidende, wie uns bei dem Training deutlich wurde.

Ein gutes Beispiel kann man sich an Politikern nehmen. Wir sagen nur so viel: Ungenau, Teilantworten, Antwort zu einem anderen Thema. Doch solltet ihr mal in so eine Situation kommen, dann können wir euch mitgeben, was uns auch bei den Übungen deutlich wurde:

  • Nehmt euch Zeit bei den Antworten.
  • Antwortet kurz.
  • Verwendet nur positiv besetzte Wörter.
Die Studienkurswoche hat uns sehr viel gegeben. Nicht nur viel neuen Input, auch unsere Gruppe ist mehr zusammengewachsen. Nach einer so kurzen Zeit schon so vertraut zu sein, ist wirklich bemerkenswert und spricht nur dafür, dass wir uns für die Teilnahme an dem Studienkurs entschieden haben.
Wir sehen uns beim 3. Block!
Eure Fenja und Luisa

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