Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Anzeige

Softwareentwicklung direkt auf dem Feld

Softwareentwicklung direkt auf dem Feld
am Mittwoch, 03.03.2021 - 08:07 (Jetzt kommentieren)

Um seinen Horizont zu erweitern, hat sich Philip gegen eine landwirtschaftliche und für eine kaufmännische Ausbildung entschieden. Er ist bei einem Softwareunternehmen für die landwirtschaftliche Branche gelandet - was ihm jetzt bei der Hofnachfolge auf dem eigenen Betrieb hilft.

Philip Pröhlemeier ist eigentlich gelernter Bürokaufmann, aber sein Herz schlägt eindeutig für die grüne Branche. Das liegt nicht nur an seinem Job als Mitarbeiter im Vertrieb bei einem Softwareunternehmen für die landwirtschaftliche Branche, sondern auch an seiner Herkunft.

Philip kommt gebürtig aus dem Kalletal, um genauer zu sein aus Lüdenhausen. In der kleinen Gemeinde leben knapp 1.100 Einwohner. Das Kalletal befindet sich zwischen Bielefeld und Hannover und gehört zum Kreis Lippe. Dort lebt Philip mit seinen Eltern und seinem Bruder auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Familie. Aktuell führt sein Vater noch den Hof, kümmert sich um die Versorgung der 700 Schweine und bewirtschaftet 140 ha Ackerland.

 

Softwareentwicklung direkt auf dem Feld
.

Allerdings unterstützt Philip seinen Vater schon von Kindesbeinen an bei der Arbeit auf dem Betrieb. Eine Ausbildung in dem Bereich kam für ihn trotzdem nie in Frage: “Ich wollte erstmal einmal raus, um was ganz anderes zu machen.” Da die administrative Arbeit auch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb nicht zu verachten ist, passt die Ausbildung zum Bürokaufmann gut zu seinem späteren Tätigkeitsbereich auf dem eigenen Hof.

Mitte diesen Jahres ist es dann so weit. Der Generationenwechsel steht an. Philip wird den Hof von seinem Vater übernehmen und damit den Grundstein für die 4. Generation legen. “Natürlich ist das eine große Verantwortung für mich, aber mein Vater wird mich weiterhin unterstützen. Das lässt er sich nicht nehmen.” Denn neben der Arbeit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, der Versorgung der Tiere und Betreuung der Hackschnitzelheizung ist Philip auch noch verantwortlich für seine Kunden bei AGRARMONITOR. Seit 2016 ist er Teil des Teams des Kalletaler Unternehmens und steht seinen Kunden mit Rat und Tat zur Seite. “Dabei profitiere ich natürlich von meinem landwirtschaftlichen Hintergrund.”

Der Hof im Wandel der Zeit

Vor einigen Jahren gab es auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Lüdenhausen auch einen Hofladen. Dort wurden Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung verkauft. Darüber hinaus hat die Familie Pröhlemeier auch andere landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Region vermarktet. Gerne denkt Philip an die Zeiten mit dem Hofladen zurück. Jedoch wurde gemeinsam beschlossen, dass der zeitintensive Hofladen nicht mehr weitergeführt werden soll.

Hinzugekommen ist jedoch eine Hackschnitzelheizung. Dieses Projekt hat Philip gemeinsam mit seinem Vater 2014 gestartet und seit 2015 ist das Nahwärmenetz in Betrieb. Knapp 40 Haushalte werden mit der nachhaltigen, CO2 neutralen Wärme versorgt und dadurch ca. 150.000 Liter Heizöl eingespart. Das Holz für die Hackschnitzel und die Beschickung der Anlage wird in einem Umkreis von knapp 10km gewonnen und besteht ausschließlich aus Restholz. Das Thema Nachhaltigkeit ist für den jungen Landwirten sehr wichtig und deswegen wird auch das Futter für die Schweine auf den eigenen Flächen angebaut.

 

Der Hof im Wandel der Zeit
.

Mitte diesen Jahres ist es dann so weit. Der Generationenwechsel steht an. Philip wird den Hof von seinem Vater übernehmen und damit den Grundstein für die 4. Generation legen. “Natürlich ist das eine große Verantwortung für mich, aber mein Vater wird mich weiterhin unterstützen. Das lässt er sich nicht nehmen.” Denn neben der Arbeit auf dem landwirtschaftlichen Betrieb, der Versorgung der Tiere und Betreuung der Hackschnitzelheizung ist Philip auch noch verantwortlich für seine Kunden bei AGRARMONITOR. Seit 2016 ist er Teil des Teams des Kalletaler Unternehmens und steht seinen Kunden mit Rat und Tat zur Seite. “Dabei profitiere ich natürlich von meinem landwirtschaftlichen Hintergrund.”

Agrarmonitor ist immer mit dabei

Die Tätigkeiten auf dem Familienbetrieb und die Arbeit als Kundenbetreuer bei der Software-Firma stehen sich jedoch nicht im Weg. “Saisonal sind die Berufe gut miteinander zu vereinbaren.” Wenn es im Winter in der Landwirtschaft ruhiger wird und sich die Arbeit mehr in den administrativen Bereich verlagert, dann geht es im Bereich der Kundenbetreuung erst richtig los. Die Kunden von AGRARMONITOR haben im Winter Zeit, sich intensiv mit der Software zu befassen. Natürlich findet zu dieser Zeit auch die Akquise von neuen Kunden statt. “Da auf unserem Betrieb dann wenig los ist, kann ich mich voll und ganz der Betreuung meiner Kunden widmen.” Wenn zum Frühjahr hin die Saison auf dem landwirtschaftlichen Betrieb beginnt, wird es bei der Software-Firma wiederum ruhiger. Philip berichtet, dass es für seine Kunden kein Problem ist, wenn er sich vom Trecker aus meldet. “Ganz im Gegenteil, der Kunde findet das gut und weiß, dass ich auch aus der Branche komme und mitreden kann.”

 

Softwareentwicklung direkt auf dem Feld
.

Sowohl das Software-Unternehmen als auch der landwirtschaftliche Betrieb profitieren von Philips beruflicher Kombination. Bei AGRARMONITOR kann er seine praktischen Erfahrungen nutzen, denn auch auf dem landwirtschaftlichen Betrieb in Lüdenhausen wird mit der Betriebsführungssoftware gearbeitet. Neue Ideen und Anregungen aus der Praxis bringt der junge Landwirt bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Software mit ein.

“AGRARMONITOR bringt auch für unseren Familienbetrieb im Alltag viele Vorteile.” Dadurch, dass Vater und Sohn ihre landwirtschaftlichen Tätigkeiten beide in der Software dokumentieren, reduziert sich der administrative Aufwand für den Junior enorm. Alle Daten, die am Ende des Jahres vorliegen müssen, sei es für die Ackerschlagkartei oder für die Abrechnung der Maschinen, werden automatisch mit AGRARMONITOR erfasst.

Pläne für die Zukunft

Das nächste große Ziel ist erstmal der Generationenwechsel. Die Vorbereitungen und der Papierkram sind dabei das Eine. Auf der anderen Seite machen Philip und seine Familie sich auch Gedanken über neue Standbeine und eventuelle Veränderungen. Eine dieser Veränderungen ist die Abschaffung der Schweine. Eine dauerhafte Weiterführung dieses Standbeins würde einen Umbau der bestehenden Ställe erfordern, das wäre jedoch nicht wirtschaftlich, erklärt Philip. Stattdessen soll die Erweiterung der Hackschnitzelheizung noch dieses Jahr umgesetzt werden. Bis zu 45 weitere Haushalte können dann mit der nachhaltigen Wärme versorgt werden.

 

Softwareentwicklung direkt auf dem Feld
.

Auch für den ackerbaulichen Bereich gibt es schon Pläne. Philip und sein Cousin, der im Nachbarort einen landwirtschaftlichen Betrieb gemeinsam mit seinem Vater führt, streben eine Kooperation an. Dadurch soll der junge Lüdenhauser in seinem alltäglichen Geschäft auf dem Betrieb entlastet werden und beide Betriebe bestehen bleiben. Die Vision ist, in Zukunft auch andere, kleinere Betriebe zu bewirtschaften oder in die Kooperation mit aufzunehmen, die keinen Nachfolger haben. Dadurch werden die Maschinenkosten gesenkt und die Wirtschaftlichkeit bleibt erhalten.

Klar ist auf jeden fall, dass beide Berufe weiterhin miteinander kombiniert werden sollen. Denn nur das Leben und die Arbeit auf dem Hof sieht Philip nicht für sich. Auch die Tiere dürfen erstmal noch bleiben, so lange sein Vater es möchte und es wirtschaftlich vertretbar ist. Denn Veränderungen müssen auch Zeit haben sich zu entwickeln.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...