Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Blog Friderike

Wasser. So simpel. So gut. Auch für Milchkühe.

Junglandwirtin Friderike in ihrem Milchviehstall: bei heißen Temperaturen muss man sich besonders intensiv um die Tiere kümmern.
am Montag, 29.08.2022 - 14:00 (Jetzt kommentieren)

Hofheldin Friderike erklärt, was drenchen ist, was es bewirkt und warum es so wichtig ist, Kühe mit ausreichend Wasser zu versorgen.

Liebe Hofhelden,

bei diesem Wetter und den hohen Temperaturen sind wir alle froh, wenn wir etwas zu trinken haben. Der menschliche Körper besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Ich schätze mal, bei einer Kuh ist es nicht anders. Wir alle benötigen Wasser um zu überleben. Ein reines Lebenselixier.

Wasser hilft, wenn es der Kuh schlecht geht

Daher wird Wasser auch zur Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten gerade im Kuhstall eingesetzt. Nach der Kalbung bekommen unser Kühe immer sofort etwas zu saufen, damit sie die verlorene Flüssigkeit ausgleichen können. Zudem regt es den Stoffwechsel an. Derzeit haben wir, für diese Temperatur eine typische Euterentzündung, der Kuh geht es schlecht, die Schleimhaut ist blass, sie gibt kaum Milch und mag nicht fressen, geschweige denn saufen.

Drenchen: Mehr als nur Wasser geben

Beim sogenannten Drenchen bekommt die Kuh einen Schlauch in den Schlund geschoben, durch den sie Wasser und Nährstoffe erhalten kann.

Daher habe ich neben der antibiotischen Behandlung und der Behandlung mit Schmerzmitteln auch das Drenchen eingesetzt. Dabei wird der Kuh ein Schlauch durch das Maul und durch den Schlund eingeführt. Durch den Schlauch wird Wasser in den Pansen geflößt. Beim Einführen muss man darauf achten, nicht in den Lungen zu landen. Das kann man aber testen, indem einer die Kuh mit einem Stethoskop abhört und ein anderer in den Schlauch pustet. Hört man ein Blubbern im Pansen, dann ist man richtig. Nun kann Wasser eingelassen werden. Meistens versetzen wir das Wasser mit Leimsamen, Pansenstimulanz und Bicarbonat. Alles Zutaten, die dem Pansen gut tun und Übersäuerung vorbeugen oder beheben.

Wasser macht gesund

Nun wird auf die Hungergrube geachtet. Die Hungergrube ist das Dreieck zwischen Rippenende und Hüfthöcker. Sie zeigt an, wieviel die Kuh gefressen hat. Zu Beginn des Drenchens ist sie meist eingefallen:

Vor den Drenchen: Die Hungergrube ist deutlich erkennbar.

Die Kuh sollte nach dem Drenchen keine Grube mehr haben sondern einen streichenden Übergang:

Nun hat die Kuh wieder genug Flüssigkeit.

Durch das Wasser hat die Kuh nun genug Flüssigkeit im Körper, um die Giftstoffe auszuspülen und ihre Zellen zu versorgen. Und es regt den Stoffwechsel an. Zudem löst das Wasser im Pansen einen Reiz aus, dass die Kuh anfängt zu fressen, das ist sehr vorteilhaft. Denn Fressen bringt Energie und hilft die Heilung zu unterstützen. Daher sollte man der Kuh immer frisches Futter nach dem Drenchen anbieten. Oft geben wir der Kuh noch eine Kochsalzlösung als Infusion, damit sie ihren elektrolytischen Haushalt ausgleichen kann.

Drenchen hilft gegen die häufigsten Krankheiten

EIne Kochsalzlösung als Infusion hilft dem Tier, damit es seinen elektrolytischen Haushalt ausgleichen kann.

Wir setzen das Drenchen bei Euterentzündungen, Gebärmutterentzündungen, Labmagenverlagerungen und Acidosen ein. Also bei den am häufigsten auftretenden Krankheiten im Milchviehstall. Und wenn dann noch ein bisschen gestreichelt wird, steht der Heilung nichts mehr im Wege. Bis bald eure Friderike

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...