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Blog Fräulein Deere

Weihnachtsbräuche: Diese Traditionen pflegt Junglandwirtin Julia

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am Dienstag, 14.12.2021 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Ein Barbarazweig als Orakel für den Ernteertrag oder Rauhnächte, in denen böse Geister mit Weihrauch vertrieben werden. Fräulein Deere erzählt von alten Bräuchen in der Landwirtschaft und wie sie auf ihrem Hof gepflegt werden.

Hallo meine Lieben,

das Jahr verging rasend schnell, einmal umgedreht und schon ist es Dezember. Der Winter, aber auch die Adventszeit hat einen besonderen Zauber. Besonders in der Landwirtschaft werden in der dunklen Zeit Traditionen und Bräuche gepflegt.

Rauhnächte: Wiederkehr der Seelen

Eine davon sind die Rauhnächte. An diesen Tagen sollen besondere Dinge passieren, da das Band der diesseitigen zur jenseitigen Welt viel stärker ist als gewöhnlich. Die 12 heiligen Rauhnächte symbolisieren die Wiederkehr der Seelen und das Erscheinen der Geister. Ein Ritual der Rauhnächte ist das Räuchern. Es dient der Reinigung, soll positive Energien durch den Stall strömen lassen und böse Geister vertreiben.

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Mit dem Räucherwerk aus Pflanzen (Beifuß, Lavendel, Holunder und Mistel) und Harzen geht der Landwirt dreimal gegen den Uhrzeigersinn durch den Stall. In der Zeit der Rauhnächte baut sich so ein energetischer Schutz gegen böse Geister auf. Als Abschlussritual eignet sich insbesondere der Dreikönigstag.

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Früher waren die Landwirte meist sehr gläubige Menschen, da wurden die Bräuche noch von den meisten gepflegt. Bei uns am Betrieb haben Martins Großeltern die Rinder in den Rauhnächten mit geweihtem Brot gefüttert, um ihnen zu Danken.

Blühender Barbarazweig bringt Glück

Ein weiterer, in der Landwirtschaft verbreiteter Bauch sind die Barbarazweige. Das sind Zweige von Obstbäumen, die man traditionell am 4. Dezember, dem liturgischen Gedenktag der hl. Barbara, schneidet und in eine Vase ins Haus stellt. Eine Bauernregel besagt: „Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.“
Nach der Überlieferung bringt das Aufblühen der Barbarabzweige Glück. Der Zweig sollte aber nicht nur Glück bringen, sondern er dient auch als Orakel. So soll die Blütenanzahl die erwartete Erntegröße voraussagen oder bei ledigen Frauen weist der zuerst blühende Zweig auf den künftigen Ehemann hin.
Bis bald,
Eure Fräulein Deere

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