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Blog Mara

Weinlese 2021: (K)ein gutes Weinjahr?

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am Montag, 25.10.2021 - 14:04 (Jetzt kommentieren)

Maras Sommerrückblick: Das Weinbaujahr war von Frost, Feuchte und Fäulnis geprägt. Dennoch konnte Jungwinzerin Mara die Weinlese 2021 mit immerhin einem lachenden Auge beenden.

Liebe Hofhelden,

lange war es hier ein bisschen ruhig von meiner Seite aus. Zu viel Arbeit, zu viel Regen – irgendwie war da die Zeit fürs bloggen leider nicht da – sorry! Jetzt nutze ich die Chance und versuche, euch einen kurzen Sommerrückblick im Weinberg und bei uns auf dem Weingut zu geben.

Frostschäden an früh austreibenden Rebsorten

Direkt an meinem 30. Geburtstag, 6. April, der Dienstag nach Ostern, hat uns wieder ein Frost in den Weinbergen überfallen. Das führte dieses Mal dazu, dass die früh austreibenden Rebsorten, wie zum Beispiel Lemberger, Schäden hatten. Diese sind in den warmen Tagen im März schon leicht ausgetrieben und das war zu früh. So hatten wir einen Sommer, der in den Weinbergen sehr versetzt war. Die Weinberge, die keine Schäden hatten, wuchsen normal, da mussten Triebe entfernt werden etc.. Die Weinberge mit Schäden wurden von uns sehr vorsichtig behandelt, da wir bis nach der Blüte nicht absehen konnten, wie viele Trauben hier überhaupt zu erwarten sind.
Von viel Regen und dadurch enormen Pilzdruck, muss ich euch hier jetzt nichts schreiben.

Pilzschäden ohne PSM bekämpfen?

Was mir nur immer wieder in den Kopf kam: Die Politik will die Menge an Pflanzenschutzmittel deutlich reduzieren – was sollen wir dann machen? Egal ob Bio oder nicht: wir kamen in diesem Jahr alle an unsere Grenzen. Wenn man in die steilen Weinberge nach Regen lange nicht reinfahren kann, was soll man dann tun? Über alle Kollegen hinweg konnte man Pilzschäden sehen. Hier war gerade Peronospora (falscher Mehltau) das Thema des Jahres. Da war man froh, wenn es nur das Laub erwischt hat und nicht die Trauben.

Weinbau: „Einnahmen am Stock kaputt gegangen“

Ich denke, dieses Jahr wird in der Politik noch Nachwirkungen haben. Man konnte live sehen, wie der Ertrag am Stock kaputt ging und damit auch die Einnahmen. So war es den ganzen Sommer über ein hinterher rennen und überleben. Wasser und Feuchte sorgten dafür, dass die Reben wuchsen, wie schon lange nicht mehr. Die Herausforderung, hier die Triebe zu bändigen, in den Drahtrahmen zu bringen, dann noch Laub in der Traubenzone zu entfernen und in den Premium-Anlagen noch Trauben zu teilen – eine Herausforderung und ohne unsere Mitarbeiter:innen nicht machbar – größter Dank!

Später Beginn der Weinlese 2021

Nach einem August, der dann durch nachgeholte Termine nicht so wirklich ruhig war, ging dann doch am 20. September die Weinlese los. Bisschen später als letztes Jahr, doch das Wetter holte den Sommer nach! Je nach Rebsorte waren die Trauben schöner oder auch nicht. Die Weinberge, die keinen Frostschaden hatten, haben uns teilweise gut mit Menge versorgt. Gerade bei Weißwein sind wir hier sehr dankbar. Bei Lemberger oder Spätburgunder war dann die Selektion im Weinberg doch sehr wichtig. Wenig Trauben, die dann noch schnell Fäulnis hatten. Kein Spaß, aber ging auch vorbei.

Hauptsache keine Unfälle

Nach rund vier Wochen haben wir die Weinlese beendet. Sind wir zufrieden mit Menge? Nein. Qualität? Geht so. Ablauf? War fast super. Am Ende kann ich sagen, dass ich happy bin, dass keiner sich einen Finger abgeschnitten hat, niemand von der Presse gefallen ist und auch sonst keine großen Tragödien passiert sind. Am Ende vom Tag ist das das Wichtigste und jetzt geht’s schon fast an den Jahrgang 2022 – neue Spiel!

Bis dahin habe ich natürlich im Weinkeller noch genug Arbeit, aber das ist gut machbar. Jetzt können wir uns ein bisschen erholen und ich finde auch wieder mehr Zeit, um hier zu bloggen. Ich freue mich!

Viele Grüße,

Eure Mara

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