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Weiterbildung für Junglandwirte: Studienkurs Niedersachsen startet

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am Samstag, 04.09.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Junglandwirte fit fürs Ehrenamt machen ist die Absicht der Langen Kurse. Als erstes startet auch dieses Jahr der Studienkurs Niedersachsen, der in kleiner Runde ein intensives trainingsprogramm für die Teilnehmr bereithält. Am 1. und 2. September 2021 trafen sich die Teilnehmenden des 18. Studienkurses zum ersten Mal. In den folgenden Monaten warten spannende Kursblöcke voller Herausforderungen und Erlebnisse auf sie. Doch was macht den Kurs so besonders? Das haben wir Kursleiter Berndt Tietjen gefragt.

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Es ist wieder so weit! Die langen Kurse gehen in die nächste Runde. Als erstes fällt der Startschuss beim Studienkurs Niedersachsen. Am 1. und 2. September lernen sich die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung in Hannover kennen. Berndt Tietjen – Kursleiter der ersten Stunde – verrät uns, was die Gruppe erwartet und was den Studienkurs von den anderen unterscheidet.

Wie ist der Studienkurs Niedersachsen entstanden?

Unser Studienkurs lief im Winterhalbjahr 2004/2005 zum ersten Mal. Ich selbst war damals Landesvorsitzender bei den Junglandwirten. Die Idee kam in einer Junglandwirterunde am Biertisch - wir wollten das Ehrenamt besser qualifizieren und die Konzeption selber in die Hand nehmen. Staatlich subventionierte Förderprogramme wollten wir nicht. Erster Unterstützer war der Landesbauernverband. Es folgten die Genossenschaften und weitere landwirtschaftliche Organisationen. Das war unser „Gründungspakt“ – junge Engagierte bekommen Unterstützung von etablierten Organisationen, die den Landwirten gehören.

Auf was legst Du besonderen Wert bei der Konzeption?

Da nenne ich drei Punkte:
  1. Seminareinheiten an verschiedenen Orten (in der Provinz und in der Großstadt)
  2. Gespräche mit jungen und erfahrenen Engagierten
  3. praxisnahe Trainingseinheiten
Die Teilnehmer bekommen Handwerkszeug für ihr weiteres Engagement in Kombination mit einem kontrastreichen Lernumfeld. Wir bieten auch Erlebnisse, die das landwirtschaftliche Ehrenamt nicht direkt betreffen. Der tägliche Morgenlauf vor dem Frühstück. Der Besuch in der Hamburger Kunsthalle. Der Bücherabend. Unser Symbol ist ein norddeutsches Segelschiff mit grünen Segeln, unterwegs zu neuen Horizonten.

Wie läuft der Studienkurs hinsichtlich Corona diesmal ab?

Das hängt von der weiteren Entwicklung der Pandemie in Herbst und Winter ab. Wir sind alle geimpft und mit zwölf Teilnehmenden eine relativ kleine Gruppe. Im Vorjahreskurs haben wir so viel wie möglich in Präsenz gemacht und Kursblöcke in den Frühsommer verlegt. Aktuell gehe ich davon aus, dass wir auch im nächsten Kurs einen Sommerblock erleben.

Teilnehmer sind Junglandwirte aus Niedersachsen und Gäste

Wie läuft denn die Teilnehmerrekrutierung ab?

Die Rekrutierung läuft über Empfehlungen von ehemaligen Kursteilnehmern und von landwirtschaftlichen Organisationen. Die Interessenten bekommen ein Informationsangebot und bewerben sich anschließend. Bei der Gruppe legen wir Wert auf eine möglichst bunte Mischung – verschiedene Regionen und Betriebszweige, Frauen und Männer, breites Altersspektrum. Wenn sich die Teilnehmer zu Beginn nicht kennen, macht es am meisten Spaß, dann blüht die Gruppendynamik.

Wie unterscheidet sich der Studienkurs von anderen langen Kursen?

Die Hauptzielgruppe des klassischen langen Kurses sind 20-jährige. Unsere Teilnehmenden sind älter. Und wir sind durch unsere Konzeption enger an den landwirtschaftlichen Organisationen dran, die den Studienkurs mitfinanzieren und die uns mit Referenten unterstützen. Ein weiterer Unterschied: Wir sind der einzige Kurs, der einen modularen Aufbau hat. Die Gruppe ist immer nur maximal eine Woche zusammen und dann wieder vier Wochen auf dem Betrieb oder im Studium.

Junglandwirte, junge Betriebsleiter und Hofnachfolger

Warum macht ihr das mit dem modularen Aufbau?

Da die Teilnehmer etwas älter sind, sind sie in der Regel schon weiter im Betrieb eingespannt. Die meisten jungen Betriebsleiter können ihren Hof aber nicht sechs oder acht Wochen am Stück verlassen. Darauf gehen wir mit dem modularen Aufbau ein. Die Teilnehmer erwarten ein intensives Programm. Das bekommen sie - relativ eng getaktet von morgens um 6.00 Uhr bis abends um 22.00 Uhr.

Was können die Teilnehmer nach dem Studienkurs, was sie davor nicht konnten?

Die Teilnehmer können sich ausprobieren in verschiedenen Rollen, an verschiedenen Orten, in verschiedenen Milieus. Das hilft bei der Orientierung, nach außen wie nach innen. Ist Öffentlichkeitsarbeit mein Ding? Oder bin ich eher ein kritischer Sparringspartner im Aufsichtsrat? Steckt in mir eine „Rampensau“? Und wenn mich das Amt des Vorsitzenden reizt – wie viel Druck halte ich aus? Die Gespräche mit erfahrenen Ehrenamtlichen bringen einen Einblick, was hinter den Kulissen passiert. Bildlich gesprochen: Unser Studienkurs trainiert das „Segel setzen“.

Welche Herausforderung wartet auf die Teilnehmer bei der Auftaktveranstaltung?

Den Teilnehmern geht im Vorfeld des Auftakttreffens vieles durch den Kopf: Wer macht da mit? Kriegen wir das betrieblich zu Hause geregelt? Lohnt sich das alles überhaupt? Einerseits die Verheißung neuer Horizonte, andererseits die Organisation der betrieblichen Abkömmlichkeit. Natürlich habe ich mir für das Auftakttreffen einige Übungen überlegt: Da ist der erste Auftritt vor der Gruppe an unserer Niedersachsenkarte. „Wer bin ich? Wo komme ich her? Was wünsche ich mir?“. Die zweite rhetorische Übung vor der Gruppe läuft dann in der Marktkirche in Hannover: „Stelle Dich bitte an den Altar und trage am Mikrofon einen biblischen Text vor.“ Den Klang der eigenen Stimme im weiten Kirchenschiff zu erleben, kann ein besonderer Moment sein.

Wie geht es nach der Auftaktveranstaltung weiter? Worauf dürfen sie sich freuen?

Freuen darf sich jeder auf die Zeit im Gutshaus in Barendorf in der Lüneburger Heide. Ein Empfang im Roten Salon, ein Abendessen in festlicher Kleidung bei Einhaltung sämtlicher Tischmanieren, eine Farb- und Stilberatung vor dem Spiegel im Wintergarten, Gespräche mit Ehrenamtlichen im Kaminzimmer, ein Lauftraining im Park, dazu ein Besuch der Greenpeace-Zentrale in Hamburg. Es ist eine Woche voller Kontraste.

Auch in diesem Jahr werden die Teilnehmer des Studienkurs Niedersachsen als Projektblogger auf Hofheld von ihren Erlebnissen berichten. Sei gespannt auf exklusive Einblicke hinter die Kulissen der sechs Kursblöcke!

>>>Hier geht es zur Bloggerseite des Studienkurses Niedersachsen. <<<

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