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Politik international

Hohe Qualität und Vielfalt der Landwirtschaft fördern

von , am
29.01.2010

München - Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner und der Präsident der Confederazione Nazionale COLDIRETTI, Sergio Marini haben sich gestern in München zu einem bilateralen Spitzengespräch getroffen.

Bauernpräsident Sonnleitner trifft sich zu Spitzengespräch mit Italiens Bauernpräsident © BBV

DBV und COLDIRETTI haben in einer gemeinsamen Erklärung Themen formuliert, die sie für die Zukunft der deutschen, italienischen und europäischen Landwirtschaft besonders wichtig erachten. Nachfolgend die Erklärung im Wortlaut. Die europäischen Landwirte erfüllen eine Vielzahl von wichtigen Aufgaben wie Lebensmittelproduktion, Energieerzeugung, Klimaschutz und Pflege der Kultur-landschaft. Die Versorgungssicherung der 500 Millionen europäischen Bürger mit hochwertigen heimischen Lebensmitteln muss für die Europäische Union (EU) auch in Zukunft eine zentrale strategische Aufgabe sein. Voraussetzung hierfür ist eine starke europäische Agrarpolitik mit einer guten finanziellen Ausstattung. Bei der Diskussion um die Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) muss berücksichtigt werden, dass in der gesamten EU bereits jetzt lediglich etwa 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für den Landwirtschaftsbereich aufgewendet werden.

Landwirte in der Lebensmittelkette stärken

Im Bereich der Lebensmittelkette sind dringend Verbesserungen notwendig. Der gegenwärtige Zustand, dass die Landwirte das schwächste Glied in der Lebensmittelkette sind und damit einem erheblichen Preisdruck ausgesetzt sind, muss überwunden werden. Neben Änderungen im Wettbewerbsrecht und der Schaffung von mehr Markttransparenz sind auch Verbesserungen beim Zusammenschluss der Erzeuger und bei den Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen notwendig.

Qualität, Regionalität, Frische und Genuss

Die regionale Vermarktung von landwirtschaftlichen Produkten und die Bildung von regionalen Wirtschaftskreisläufen sind wichtige Faktoren zur Stärkung der Landwirte und des gesamten ländlichen Raums. Die landwirtschaftlichen Produkte in Deutschland, Italien und in ganz Europa genießen einen hervorragenden Ruf und stehen für Qualität, Regionalität, Frische und Genuss. Sie werden nachhaltig und unter den weltweit höchsten Standards erzeugt. Hierfür ist eine für den Verbraucher verständliche sowie für die Erzeuger und Verarbeiter praktikable Qualitätspolitik bei Nahrungsmitteln notwendig.

Gegen Verletzungen des Wettbewerbs vorgehen

In der EU beherrschen die fünf größten Lebensmitteleinzelhändler mehr als 70 Prozent des Marktes. Der Einzelhandel macht sich seine Marktmacht gegen-über den Landwirten in Form von unangemessenen Auszahlungspreisen, übermäßigen Zahlungsfristen, Verkäufen unterhalb des Einstandspreises zu Lasten der Lieferanten, nicht zu rechtfertigenden Beiträgen für Werbeausgaben sowie durch den Druck zu exklusiven Lieferverpflichtungen zunutze. Daraus resultiert eine Situation, die es den Landwirten in vielen Fällen nicht erlaubt, die Produktionskosten zu decken. Die EU ist hier gefordert, gegen Verletzungen des Wettbewerbs in der Lebensmittelkette vorzugehen. (pd)

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