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Holzpreise

Holz-Diebstahl: Mafiöse Strukturen im Forst

Kleintransporter im Wald vor Berg aus Kleinsholz
am Samstag, 05.11.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Immer wieder sorgen Langfinger im Wald für Aufsehen. Allerdings: die Landesforste rüsten auf.

Steigende Energiekosten auf der einen, Menschen, die nicht frieren wollen, auf der anderen Seite. Schenkt man Medienberichten wie etwa von der „Bild“ Glauben, scheint der deutsche Wald bald leer geklaut zu sein. Aber: Wie drastisch ist die Situation tatsächlich?

Verband der Waldbesitzerverbände weiß um das Problem

Nachgefragt bei der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW), gibt es ein deutliches Bild der Lage: „Wir haben keine empirischen Daten zu dem Thema“, teilt Dr. Jürgen Gaulke, Pressesprecher des Verbands, der „PIRSCH“-Redaktion mit. „Aber von unseren Mitgliedern hören wir in vergangener Zeit verstärkt, dass Holz-Diebstahl ein Thema geworden ist.“ Im Gespräch mit den Mitgliedern ploppe das Verbrechen immer wieder auf. „Das ist häufig geworden“, sagt der Pressesprecher.

Und das, obwohl es sich dabei um ein Verbrechen handelt. „Das ist zu 100 Prozent illegal. Holz aus dem Wald mitnehmen, ist nicht wie Pilzesammeln gehen. Es gibt keine hausübliche Menge“, mahnt Gaulke.

Darum gehen Diebesbanden mit Holz "auf Reisen"

Für Aufsehen sorgte ein größerer Diebstahl im Frühjahr. „In Brandenburg gab es einen Fall, bei dem eine kleine Holzmafia aktiv war.“ Dort fielen 100 Kiefern den Langfingern zum Opfer. Besonders ärgerlich: Es handelte sich um Z-Bäume. „Es waren darin mehrere Nationalitäten involviert“, sagt Gaulke. Laut ihm sei das typisch für die organisierte Kriminalität im Wald. „Das Holz wandert über viele Stationen. Das Ziel dabei ist, die Herkunft zu verschleiern.“

Allerdings: Dem Beklauten gelang es, den mutmaßlichen Drahtzieher ausfindig zu machen. Gegen ihn liegt laut „Bild“ eine Anzeige vor. Auch eine Schadenersatzforderung von mehreren tausend Euro stehe im Raum.

Landesforsten reagieren auf Problematik

Dass der Brennholzbedarf gestiegen ist, merken auch die Verantwortlichen bei den Landesforsten. Zum Beispiel Sascha Bahlinger, Pressesprecher bei BW-Forst: „Einige Reviere sind für die aktuelle Holzerntesaison bereits ausverkauft. Auch die Nachfrage von Brennholzhändlern ist verstärkt zu spüren.“ Erstmals musste heuer ein Mindestpreis von 75 Euro inklusive Mehrwertsteuer festgelegt werden. Im Vorjahr lagen die Preise bei BW-Forst etwa bei 65 Euro. Die Baden-Württembergischen Landesforsten verkaufen laut Bahlinger jährlich rund 220.000 Festmeter.

So geht Baden-Württemberg gegen Holzdiebe vor

Derzeit liege entlang der Forstwege noch verhältnismäßig wenig Holz, was der Tatsache geschuldet ist, dass die Holzernte erst begonnen hat. „Stämme, die möglicherweise noch aus der vergangenen Saison im Wald verblieben sind, wurden bereits verkauft und fallen somit nicht mehr unter die Zuständigkeit von ForstBW. Deshalb werden derartige Diebstähle auch nicht über uns erfasst“, teilt er mit. Allerdings: Auch in den Revieren der Baden-Württembergischen Landesforsten sind Langfinger unterwegs.

„Dabei werden sowohl Kleinstmengen, als auch ganze Holzpolter bestehend aus mehreren Stämmen entwendet. Deshalb wurden die Kontrollen im Wald deutlich verschärft.“ Um den Dieben habhaft zu werden, setzen die Förster auf GPS-Tracker, mit deren Hilfe die Revierleiter und Revierleiterinnen möglichen Holzdiebstahl erkennen und an die Polizei melden können.“

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