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Ernährung und Gesundheit

Honig: Keine Rückstände von Streptomycin

pd
am
10.08.2011

Stuttgart - Die Ergebnisse des Honigmonitorings in Baden-Württemberg stehen fest. Von 184 Proben wiesen 96 Streptomycin-Gehalte über dem Rückstandshöchstwert auf.

Wie das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz mitteilte, liegen die Ergebnisse des diesjährigen Honigmonitorings vor.
 
Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg untersuchte 184 Honigproben. Für die Bewertung der Proben ist die gesetzlich festgelegte Rückstandsmenge für Streptomycin von 0,01 Milligramm pro Kilogramm Honig maßgebend.

8.900 Kilo Honig belastet

Danach sind 88 Proben nicht zu beanstanden, weil die Streptomycinwerte unterhalb der Bestimmungsgrenze liegen (45 Proben) beziehungsweise die Rückstandshöchstmenge von 0,01 Milligramm pro Kilogramm Honig nicht überschritten (43 Proben) ist.
 
Allerdings wiesen 96 Proben Gehalte an Streptomycin über dem Rückstandhöchstwert auf. Der höchste gefundene Wert betrug 0,063 Milligramm pro Kilogramm Honig. Die 96 Proben stehen für eine Honigmenge von circa 8.900 Kilogramm, einer ähnlich hohen Menge wie im Jahr 2008.
 
Im vergangenen Jahr waren lediglich 413 Kilogramm Honig betroffen, und im Jahr davor betrug die betroffene Honigmenge 1.135 Kilogramm.

Trachtwetter und Anwendungstermin fielen zusammen

Wie bereits in den Vorjahren kauft der Landesverband für Erwerbsobstbau nicht verkehrsfähigen Honig auf. Dadurch wird verhindert, dass belasteter Honig in den Handel gelangt.
 
Die diesjährigen Ergebnisse befinden sich auf einem ähnlich hohen Niveau wie in der Schweiz, wo in diesem Jahr wegen Streptomycinrückständen eine Menge von knapp 9.000 Kilogramm Honig nicht verkehrsfähig ist und aufgekauft wird.
 
Als Ursache für die diesjährige hohe Anzahl von Höchstmengenüberschreitungen dürfte für den Bodenseeraum unter anderem das Zusammenfallen von gutem Trachtwetter für die Bienen und dem erforderlichen Anwendungstermin zur Feuerbrandbekämpfung mit Streptomycin in Frage kommen. 

Untersuchung läuft seit zehn Jahren

Seit zehn Jahren wird Honig im Zusammenhang mit der Anwendung des Pflanzenschutzmittels Streptomycin untersucht. Das Mittel wird im Kernobstbau (Apfel, Birne, Quitte) gegen die gefährliche Feuerbrandkrankheit eingesetzt, die im Land flächendeckend verbreitet ist und in den vergangenen Jahren große Schäden verursacht hat. Die Vorgaben für das Monitoring wurden bereits im Frühjahr zwischen den Imkerverbänden, den Erwerbsobstanbauern und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz abgestimmt. 
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