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Glosse

Humor aus dem Homeoffice: Der Name der Rosi

Kuhportrait
am Freitag, 27.03.2020 - 06:00 (Jetzt kommentieren)

Mit unserer kleinen Serie "Humor aus dem Homeoffice" möchten wir Sie ein paar Mal pro Woche zum Staunen, Kopfschütteln, Lächeln, vielleicht sogar zum Lachen bringen. In dieser Zeit voller Sorgen und schlechter Nachrichten hoffen wir, damit ein bisschen Sonne zu verbreiten. Denn so ernst die Corona-Pandemie ist, braucht der Mensch doch auch in der Krise ab und zu ein bisschen Aufheiterung. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Es ist schon nicht leicht, einem Menschenkind einen Namen zu geben. Klangvoll soll er sein. Passend. Und sich aus der Masse herausheben.

Letzteres Kriterium scheint für manche Eltern das allerwichtigste zu sein. Wie sonst wären Kinder hierzulande zu Namen wie Imperial-Purity, Solarfried und Don Armani Karlheinz gekommen (alles standesamtlich verbrieft). Ums Kindswohl kann es dabei kaum gegangen sein.

Man male sich nur aus, wie Don Armani Karlheinz sich einst errötend seiner ersten großen Liebe vorstellt: „Du kannst mich aber auch DAK nennen ...“

Ideen für die Rosi-Linie

Doch nicht nur bei Menschen ist die Namensfindung knifflig. Rinderzüchter zum Beispiel müssen nicht selten Dutzende Färsenkälber im Jahr benennen und dabei auch noch den Anfangsbuchstaben (oder für Fortgeschrittene: die Anfangssilbe) der Mutterlinie beachten. Rosi – Rosa – Rosalie ... nach ein paar Kuhgenerationen wird da die Luft allmählich dünn. Doch keine Bange, Hilfe naht!

Das LKV Bayern hat die Namen aller seit den 50er-Jahren gemeldeten Milchkühe alphabetisch sortiert, aufgeschrieben und auf www.lkv.bayern.de veröffentlicht. Wer also heute einen Namen für Rosis Ururururenkelin sucht, kann sich von den bayerischen Kollegen inspirieren lassen: Roslind, Rosenstolz, Rosarot, Rosswell – über 100 Vorschläge für jeden Geschmack finden sich allein mit der Startsilbe "Ros".

Von Skihase bis Trampel

Etwa 20.000 Namen hat das LKV Bayern insgesamt erfasst. Und um es vorweg zu nehmen: Wenn Sie eine Alma oder eine Susi im Stall stehen haben, müssen Sie – ganz im Gegensatz zu Don Armani Karlheinz’ Eltern – nicht den Vorwurf einer übertriebenen Individualität fürchten. Seit 1950 gab es diese beiden Namen allein in Bayern jeweils rund 100.000-mal.

Andere sind wirklich ausgefallen: Erbtante, Skihase, Hausfrau – da muss man erstmal draufkommen. Bei manchem Namen ahnt man allerdings, mit welchen Eigenschaften ihn sich die jeweilige Trägerin verdient haben könnte: Elefant, Doofi, Faultier, Specki, Trampel – alles mehrfach eingetragen in den vergangenen 70 Jahren. Unfall dürfte eher ungeplant entstanden sein. Für die Zukunft von Metzger sehe ich ganz allgemein ziemlich schwarz. Und womit Gaddafi ihren Namen verdient hat, weiß ich auch nicht.

Der Porsche im Stall

Einige Kühe tragen auch anderweitige Wünsche ihres Eigentümers mit sich herum, wie’s scheint. Besonders beliebt: Traktoren- und Sportwagenmarken. Die eher unweiblichen Kuhnamen Deutz, Fendt und Lexion kommen ebenso vor wie Bugatti, Lamborghini und Porsche. Aber auch 36 Mopeds gab’s über die Jahre schon. Jeder fängt mal klein an.

Und während das Menschenkind Don Armani Karlheinz wohl ein Einzelfall bleibt, listet das Kuhverzeichnis des LKV Bayern immerhin auch 20-mal Don, 50-mal Armani und 27-mal Karl. Mit Karlheinz könnten Sie dagegen die Namensliste noch rocken! Zumindest unter bayerischen Milchkühen wäre dieser Name ein Novum.

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