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Wolfsmanagement

Identifiziert: Dieser Wolf tötete im Herbst von der Leyens Pony

Der eurasiche Wolf (Canis lupus lupus) ist mittlerweile an vielen Orten in Deutschland beheimatet. Naturschützer freuen sich darüber, doch für Weidetierhalter ist das oft eine Herausforderung.
am Montag, 05.12.2022 - 15:25 (2 Kommentare)

Im September wurde Ursula von der Leyens Pony Dolly von einem Wolf getötet. Nun konnte das Tier identifiziert werden. Zudem soll die EU-Kommissionspräsidentin den Schutzstatus von Wölfen in einem Brief in Frage gestellt haben.

Im September hat Ursula von der Leyen das erlebt, wovor sich viele Schaf-, Ziegen-, Pferde- und Rinderhalter fürchten: Ein Wolf tötete ihr Pony Dolly. Gerissen hat er das Tier auf einer Weide, nicht weit von ihrem Wohnhaus entfernt. Von der Leyen lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Hannover. Nun konnte der Wolf mittels DNA-Analyse identifiziert werden.

Wolf bereits als Problemwolf bekannt

GW950m, das ist der Code, den die Behörden dem Wolf im Wolfsmonitoring zugeordnet haben, um ihn identifizieren zu können. Daraus geht hervor, dass der Wolf kein Einzeltäter ist. Auf sein Konto gehen bereits mehrere angegriffene und gerissene Schafe und Pferde. Der Wolf mit dem Zeichen GW950m war laut Wolfsmonitoring an 26 Vorfällen beteiligt und hat insgesamt mehr als 70 Weidetiere getötet.

Problemwolf konnte bisher nicht abgeschossen werden

Nachdem der Wolf so viele Tiere getötet hatte, wurde er 2021 zum Abschuss freigegeben. Allerdings schoss kein Jäger den sogenannten Problemwolf ab, sodass die Abschussgenehmigung auslief.

Der Wolf – eine in Deutschland stark umstrittene Art

Das Vorkommen von Wölfen in Deutschland ist umstritten. Aufgrund des Bundesnaturschutzgesetzes gilt der Wolf als streng geschützte Art. Doch viele Besitzer von Nutztieren haben Probleme mit dem Wolf, weil er ihre Tiere, die auch ihre Lebensgrundlage sind, als Nahrung ansieht und sie tötet.

Naturschützer sind der Ansicht, dass es nur noch wenige Wolfsrudel gibt und es deshalb gerechtfertigt ist, dass der Wolf unter Naturschutz steht. Demgegenüber sehen Weidetierhalter ihn als Raubtier an und verweisen aus seine immer schnellere Verbreitung. Sie fordern, den Wolfsbestand kontrolliert zu regulieren.

Wird der Schutzstatus des Wolfes fallen?

Die Hamburger Morgenpost berichtet von einem unveröffentlichten Brief, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an Europaabgeordnete von CDU und CSU adressiert hatte. Darin soll von der Leyen schreiben: „Ich habe die Dienststellen der Kommission angewiesen, eine eingehende Analyse der Daten durchzuführen.“

Die EU-Kommission wolle angesichts der steigenden Zahl von Wolfsrudeln in Deutschland und Europa prüfen, ob der Schutzstatus für die bislang streng geschützten Wölfe gelockert werden könne.

Die Kommission erkenne an, dass die Rückkehr von Wölfen sowie ihre wachsende Zahl zu Konflikten führe. Es gebe vermehrte Berichte über Wolfsangriffe auf Tierbestände und steigende Risiken für Menschen vor Ort. „Diese Situation wirft verständlicherweise in betroffenen Regionen Europas die Frage auf, ob der aktuelle Schutzstatus von Wölfen angemessen ist.“ Für eine Änderung der derzeitigen Regelung bedürfe es einer umfassenden Prüfung aller verfügbaren wissenschaftlichen und technischen Daten und aller anderen relevanten Umstände, so von der Leyen in dem Brief.

Mit Material von Hamburger Morgenpost, NOZ, Nabu, presse-augsburg.de

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