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Ländliche Kriminalität

Illegale Müllentsorgung ist für Bauern ein Riesenproblem

Illegale Müllentsorgung
am Donnerstag, 14.11.2019 - 18:51 (Jetzt kommentieren)

Illegale Müllentsorgung auf Agrarland ist für britische Bauern ein Riesen-Problem. Dazu zählen hohe Kosten und Umweltbelastungen.

Illegale Müllentsorgung wird für Landwirte in England zu einem immer größeren Problem. Das betrifft die hohen Kosten für die Beseitigung und häufig auch die Gesundheits- und Umweltrisiken, die von dem Müll ausgehen.

Landwirte und Verbände fordern deshalb schon seit langem härtere Maßnahmen zur Bewältigung der wachsenden Müll-Krise auf den landwirtschaftlichen Flächen in England. Verantwortlich sind nach Einschätzung der Behörden - zumindest teilweise auch kriminelle Banden.

Aktuellen Zahlen des Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (DEFRA) zeige: Ländlichen Gemeinden haben mit mehr als einer Million Vorfälle von illegaler Müllentsorgung zu kämpfen – Das ist die höchste Zahl seit einem Jahrzehnt und ein Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dunkelziffer noch deutlich höher

Illegale Müllentsorgung

Das DEFRA weist allerdings darauf hin, dass eine Änderung der Art und Weise, in der Gemeinden die illegale Müllentsorgung erfassen, zusammen mit einer stärkeren Berichterstattung der Medien dazu beigetragen könnten, dass die Anzahl der Vorfälle höher als in den Vorjahren erscheint.

Dennoch: Es gibt kaum Zweifel daran, dass die Zahl der illegalen Müllentsorgung rasant zugenommen hat - insbesondere, wenn man die DEFRA-Zahlen berücksichtigt. Denn diese beziehen sich nur auf Vorfälle, die auf öffentlichen Grundstücken wie Straßen oder Gehsteigen stattfinden, während eine wachsende Menge an Müll jedes Jahr auf privaten ländlichen Grundstücken bzw. Ackerland, Wiesen und Weiden entsorgt wird.

"Die Statistiken spiegeln die Realität nicht wider, da viele Vorfälle auf privatem Land stattfinden", erklärt Sarah Hendry, Generaldirektorin der Country Land and Business Association (CLA).

Situation außer Kontrolle?

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Illegale Müllkippen, warnt Stuart Roberts von der National Farmers Union, sind immer häufiger geworden. „Die neuen Zahlen unterstreichen, dass die Situation außer Kontrolle gerät“, sagte er. Sie betreffen bereits zwei Drittel aller Landwirte, und sie werden mittlerweile auch häufig von kriminellen Banden betrieben“.

Rebecca Davidson, ländliche Versicherungsspezialistin bei NFU Mutual sagt auch: "Die meisten Leute würden die illegale Müllentsorgung mit seltsamen Matratzen oder dem Kühlschrank in Verbindung bringen, die auf dem Land abgeladen werden, aber es hat sich zu einer großen organisierten Kriminalität entwickelt".

Davidson sagt weiter: "Auf den Feldern wird oft eine riesige Menge Müll deponiert. Aber es gibt auch falsche Müllunternehmen, die versuchen, landwirtschaftliche Gebäude oder Grundstücke zu mieten und Lastwagenladungen oder Müll dort abzuladen." Dies wird dann sehr teuer für Landwirte und Landbesitzer, die dort aufzuräumen müssen.

Hohe Kosten und Umweltprobleme

„Die Bereinigung jedes Vorfalls kostet durchschnittlich 1.000 GBP. Da viele ländliche Unternehmen mehrere Vorfälle erleiden, kann sich dies schnell dramatisch auf das Betriebsergebnis auswirken“, stellt Sarah Hendry von CLA fest, die eine Gesetzesänderung begrüßen würde, um sicherzustellen, dass Landwirte nicht länger rechtlich haftbar sind, wenn Abfälle auf ihr Land geworfen werden.

Hendry befürwortet auch finanzielle und logistische Unterstützung, um den Opfern zu helfen, Abfälle zu beseitigen, die nichts mit ihnen zu tun haben. Schlimm ist auch: Der Müll kann eine ernsthafte Gefahr für Gesundheit und Umwelt darstellen. Abgelagerte Müllberge erhöhen das Risiko von Bränden und Seuchenbefall. In vielen Fällen können auch Gewässer verschmutzt und Land kontaminieren werden.

Bußgelder sind viel zu niedrig

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Abfälle, die auf dem Land entsorgt werden, reichen von Bauabfällen bis hin zu Chemikalien oder Abfällen, die Tieren schaden können", ergänzt Frau Davidson von NFU Mutual.  Maßnahmen, die die Landwirte ergriffen haben, um das Problem einzudämmen, wie die Installation von Toren, Absperrungen, Warnschildern, Sicherheitskameras und Beleuchtung, funktionieren laut Roberts häufig nicht gut.

"In einigen Fällen sind Landwirte auch Einschüchterungen, Gewalt und Bedrohungen durch kriminelle Banden ausgesetzt." Aus diesem Grund fordern die NFU und die CLA einen härteren Ansatz für die illegale Müllentsorgung. "Es ist vielen Leuten nicht bekannt, dass die Bußgelder für das Entsorgung von Müll niedriger sind als die Kosten für die Anmietung eines Koffers", sagt Roberts.

"Was wir brauchen, sind Strafgelder, die sicherzustellen, dass die Leute, die Müll entsorgen, Geldbußen nicht als irrelevant ansehen." Es ist ebenso so wichtig, dass die Polizei des ländlichen Raums die sich ändernde Natur dieses Verbrechens erkennt und entsprechend reagiert", argumentiert Roberts weiter.

Neue Abteilung Abfallkriminalität gebildet

Stuart Roberts von der National Farmers Union möchte auch, dass Landwirte und Landbesitzer in Arbeit der Abteilung für Abfallkriminalität einbezogen werden, die die Umweltbehörde einrichten will.

"Wenn wir zusammenarbeiten, können wir diese anhaltende Plage auf unserem Land bekämpfen und den Landwirten ermöglichen, sich auf das zu konzentrieren, was sie am besten können", sagt Roberts.

Die NFU begrüßte die Pläne der Regierung, eine Abteilung für Abfallkriminalität einzurichten, da die jüngsten Statistiken das Ausmaß der Kriminalität für Landwirte im Albtraum belegen.

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