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Ernährung und Gesundheit

Immer weniger für Nahrungsmittel

Externer Autor
am
01.10.2009

Bonn - Der Anteil der Ausgaben für Nahrungsmittel am Haushaltseinkommen nimmt seit Jahren ab. Der Grund für den Rückgang liegt einerseits in den eingetretenen Einkommenssteigerungen, andererseits in dem vergleichsweise geringeren Anstieg der Nahrungsmittelpreise.

Der "durchschnittliche" Haushalt (4-Personen-Arbeitnehmer-Haushalt mit mittlerem Einkommen) gab 2007 im früheren Bundesgebiet 11 Prozent seines ausgabefähigen Einkommens für Nahrungsmittel aus. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mitteilt, lag dieser Anteil Anfang der 70er Jahre im früheren Bundesgebiet bei 19 Prozent.

Der Grund für den Rückgang des Anteils der Nahrungsmittelausgaben liegt einerseits in den eingetretenen Einkommenssteigerungen, andererseits in dem vergleichsweise geringeren Anstieg der Nahrungsmittelpreise. Wie der RLV weiter mitteilt, hat sich der Nettostundenverdienst eines Industriearbeiters von 1950 bis 2008 verzwangzigfacht. Da die Brotpreise nur um das 9,5fache gestiegen sind, konnte sich der Industriearbeiter für einen Stundenlohn 2008 doppelt soviel Brot kaufen wie noch vor 48 Jahren.

Der Weizenerzeugerpreis liegt dagegen um fast ein Drittel unter dem Niveau von 1950. Deshalb macht der Weizenerzeugerpreis heute nur noch 5 Prozent des Brotpreises aus. Demgegenüber waren es nach Angaben des RLV 1950 entsprechend noch zwei Drittel des Brotpreises. Wären die Weizenpreise seit 1950 genauso stark gestiegen wie die Inflationsrate, dann hätten - so der RLV - die Erzeuger für eine Dezitonne Weizen 2009 80 Euro je Dezitonne erlöst. Tatsächlich bekamen sie zur diesjährigen Ernte nur noch 10 Euro. (pd)

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