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Wirtschaft

Importstopp: Historisch hohe Schweinepreise in Russland

lid/AgE/pd
am
24.04.2014

Moskau hat wegen der Schweinepest die Grenzen für Schweinefleisch aus der EU geschlossen. Russische Medien berichten jetzt, dass der Großhandelspreis in Folge einen historischen Höchststand erreicht hat.

Die russische Bevölkerung muss für Schweinefleisch derzeit deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen als Anfang des Jahres. Denn Moskau hat Ende Januar die Grenzen für Schweine und Schweinefleisch aus Europa geschlossen, weil in Litauen und Polen bei Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest (ASF) entdeckt worden war.
 
Als Folge des Importstopps sind in Russland die Preise für Schweinefleischprodukte markant gestiegen. Ende März erreichte der durchschnittliche Großhandelspreis mit mehr als 150 Rubel (3,01 Euro) je Kilogramm einen historischen Höchststand. Damit sind die Preise seit Anfang Jahr um fast einen Drittel gestiegen, berichtet die Moskauer Wirtschaftszeitung "Vedomosti".

Schweinehalter in Litauen bekommen EU-Hilfsgelder

Indes können litauische Landwirte, die im Zuge des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest (ASP) an der Grenze zu Weißrussland wirtschaftliche Verluste erlitten haben, mit teilweisen Entschädigungen rechnen. Die EU-Mitgliedstaaten gaben vergangene Woche im zuständigen Verwaltungsausschuss grünes Licht für die Bereitstellung von 146.000 Euro aus dem EU-Haushalt, um einen Preisverfall von Schweinefleisch auszugleichen. Die litauische Regierung verdoppelt diesen Betrag.
 
Die Maßnahmen orientieren sich an ähnlichen Hilfen für polnische Erzeuger, die bereits im März bewilligt wurden - mit dem Unterschied, dass in Litauen auch Ferkelschlachtungen bezuschusst werden. Gewährt werden 30 Euro je 100 Kilogramm Schlachtgewicht, wobei Obergrenzen bei 7.600 Ferkeln und 700 Tonnen Schlachtgewicht gezogen werden.
 
Die Maßnahme gilt rückwirkend für Schlachtungen ab dem 17. Februar bis zum 16. Mai. Die ASP-Fälle in Litauen und Polen beschränken sich bislang auf Wildschweine; Nutztiere waren nicht betroffen. Trotzdem kämpfen die Erzeuger in den errichteten Sicherheitszonen seitdem mit Absatzproblemen.
 
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