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Umwelt

Initiative zur Eindämmung der Wüstenbildung gestartet

von , am
27.09.2011

Brüssel/New York - Eine neue internationale Initiative soll die wirtschaftlichen Aspekte der Bodenverschlechterung bewerten.

Im Zentrum der gleichnamigen Untersuchung stehen einerseits die Kosten des Nichthandelns und andererseits die ökonomischen Vorteile der Bekämpfung des Missstands durch Maßnahmen zur nachhaltigen Bodenbewirtschaftung. Anlässlich der Eröffnungsveranstaltung in New York bezeichnete EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs die Degradation von Böden vergangene Woche als „ein ernstes weltweites Problem, das erhebliche Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit, den Klimawandel und den Biodiversitätsverlust hat“.
 
Die Studie mobilisiere hoffentlich ein breites Bündnis von Partnern, das die notwendigen weiteren Impulse gebe und dem Thema die verdiente Aufmerksamkeit verschaffe. EU-Umweltkommissar Janez Potoènik ergänzte, die Menschen neigten dazu, Böden als etwas Selbstverständliches zu betrachten. In Wahrheit seien Böden aber eine nicht erneuerbare Ressource. Ohne die richtige Pflege könnten sie daher knapp werden oder verarmen. Ob direkt oder indirekt: Bodenverschlechterung gehe alle an. Man wisse jedoch sehr wenig von den tatsächlichen Kosten. Deshalb komme die Initiative sehr gelegen.

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Die Untersuchung wird von der Europäischen Kommission, der deutschen Bundesregierung und dem Sekretariat der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung gefördert. Künftig sollen weitere Regierungen, Privatunternehmen, multilaterale und bilaterale Geldgeber sowie Stiftungen und Entwicklungsorganisationen für die Zusammenarbeit gewonnen werden. Nichtregierungsorganisationen, internationale Unternehmen, Finanzinstitute, Landwirte und Agrarverbände sowie Hochschulen und Forschungsinstitute sollen eine unabhängige und sektorübergreifende wissenschaftliche Bewertung gewährleisten.

Verschärfter Druck

Nach Angaben der Kommission handelt es sich bei der Bodenverschlechterung und der Wüstenbildung um ein weltweites Problem. Die betroffene Fläche nehme Jahr für Jahr zu. Als Gründe für diese Entwicklung sieht die Behörde beispielsweise eine nicht nachhaltige Bodennutzung aufgrund demografischer Veränderungen, nicht nachhaltige Produktions- und Verbrauchsmuster sowie ein Druck auf die Wasserressourcen, der durch Klimaänderungen und Dürre noch verschärft werde. Das Problem betreffe nicht nur aride Zonen. Allein innerhalb der EU hätten zwölf Mitgliedstaaten erklärt, von Wüstenbildung betroffen zu sein. Nahezu die Hälfte der europäischen Böden sei mittlerweile arm an organischem Material.
 
Die Kommission verlangt kohärentere Strategien und Maßnahmen in den betroffenen Ländern, um die Probleme bereits in einem frühen Stadium anzugehen. Mit der Initiative wolle man das Bewusstsein schärfen und die politischen Entscheidungsträger in den betroffenen Ländern bei der Durchführung wirksamer Bekämpfungsstrategien unterstützen. Die Privatwirtschaft soll Anreize erhalten, in Maßnahmen für eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung zu investieren. 
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