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Wirtschaft

Initiative Tierwohl streitet Gerücht um Geldprobleme ab

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Katharina Krenn, agrarheute
am
15.09.2015

Gestern titelte die Süddeutsche Zeitung "Initiative Tierwohl hat Geldprobleme". Es sollen 60 Millionen Euro fehlen. Dies dementierte nun die Brancheninitiative in einer Stellungnahme.

Der Autor des Artikels in der Süddeutschen Zeitung (SZ) behauptet unter Berufung auf interne Protokolle, dass der Initiative Tierwohl schon zum Start rund 60 Millionen Euro fehlten und die Partner sich zerstritten hätten. Statt der benötigten 120 Millionen soll derzeit nur die Hälfte zur Verfügung stehen. Fleischwirtschaft und Handel seien sich uneinig darüber, so die Behauptung, wer das Finanzloch schließen soll.
 

85 Millionen Euro im ersten Jahr

In einer Stellungnahme zu dem SZ-Artikel streitet die Initiative Tierwohl den Wahrheitsgehalt ab. Es gäbe kein Finanzproblem, so heißt es darin. 85 Millionen Euro würden jährlich an die Initiative Tierwohl abgegeben. Alle Landwirte, die bereits zur Initiative zugelassen sind, hätten einen verbrieften Auszahlungsanspruch. Jedoch bestehe kein Rechtsanspruch oder eine Garantie auf Teilnahme an der Initiative Tierwohl. Deshalb könne durch das große Interesse der Landwirtschaft an einer Teilnahme gar keine Finanzlücke im bilanziellen Sinn entstehen.

'Kein Streit, sondern Diskurs'

Zurzeit arbeite die Initiative Tierwohl gemeinsam mit allen Partnern an einer Weiterentwicklung des Systems. Dabei werde auch die Frage behandelt, wie die Initiative Tierwohl möglichst vielen Betrieben, die sich zurzeit auf einer Warteliste befinden, eine Teilnahme ermöglichen kann. Hierzu soll es zeitnah eine Lösung geben. "Im Zuge dieser Gespräche findet ein zielorientierter Austausch von Meinungen und Positionen unter allen Beteiligten statt. Unterschiedliche Meinungen sind in so einem Diskurs völlig normal. Einen Streit, an dem die Initiative Tierwohl beteiligt wäre, gibt es jedoch nicht", heißt es in der Stellungnahme.
 
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