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Rechtslage

Instafail: So teuer ist Euer Selfie zwischen Raps und Tulpen

Raps und Mensch
am Mittwoch, 03.05.2023 - 12:41 (Jetzt kommentieren)

Für Landwirte ist es ein Ärgernis: In pittoresken Raps- oder Tulpen- oder Sonnenblumenfeldern tummeln sich immer wieder Naturbegeisterte und Instagrammer. Doch die bewegen sich auf dünnem Eis. So sieht die Rechtslage aus.

Ein Mann macht einen Kopfstand in einem Tulpenfeld. Eine junge Frau zeigt sich barbusig im Rapsfeld. Andere inszenieren Kinder, Hochzeit, Pferde oder sogar Motorräder inmitten der Blütenpracht. Was auf den Feldern wächst, ist für viele Menschen eine perfekte Kulisse. Egal ob Sonnenblumen, wogende Weizenfelder, Tulpen oder eben strahlend gelber Raps. Wer im Frühjahr in die sozialen Medien schaut, kommt an ihm nicht vorbei. Doch vielen Instagrammern und Blumenfreunden ist nicht bewusst, dass sie beim Fotografieren nicht nur Schaden anrichten sondern sogar eine Ordnungswidrigkeit begehen. Das Selfie kann ein teures Vergnügen werden.

Acker bis Weinberg: Betretungsrecht ist kein Freifahrtschein

Die Rechtslage in Deutschland ist klar: Im Prinzip gilt ein allgemeines Betretungsrecht der freien Landschaft. Doch das bedeutet nicht, man darf überall und jederzeit herumspazieren. So sind Naturschutzgebiete ebenso tabu wie dauerhaft genutzte Flächen, etwa Weinberge oder Obstkulturen. Das heißt, sie dürfen nur auf Wegen betreten werden.

Außer dem Landwirt hat niemand etwas im Raps zu suchen

Felder, Wiesen und Weiden sind tabu, wenn sie in einer Nutzung sind. Das heißt, zwischen Aussaat und Ernte beziehungsweise bis zur Mahd hat außer dem Landwirt niemand etwas auf den Flächen zu suchen. Das gilt auch, wenn kein Zaun und kein Schild extra darauf hinweisen.

Raps-Selfie kann mehrere Tausend Euro Kosten

Die Landschaft und eben auch Felder und Wiesen sind eben kein rechtsfreier Raum. Wer das anders sieht, muss mit Strafen rechnen. So kann der Hundehaufen mit 50 Euro zu Buche schlagen, der Picknickmüll im Kornfeld und das Selfie im Rapsfeld kann laut DLG bis zu 10.000 Euro kosten. Beim Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband stehen sogar bis zu 15.000 Euro auf der Internetseite. Zu der Ordnungswidrigkeit können Schadenersatzansprüche des Landwirts kommen.

Landwirte appellieren an Fotografen und Influencer

Zwei Dinge sind in dem Zusammenhang noch wichtig: Natürlich darf man sich auch nicht einfach an den Kulturen bedienen. Und: Wenn man sich beim Selfiemachen den Hals bricht, trägt nicht der Landwirt und sein unebener Acker die Schuld und kann auch nicht haftbar gemacht werden.

Abseits der Rechtslage appellieren Landwirte und Waldbesitzer einfach an die Erholungsuchenden, die Natur und Kulturen zu respektieren. Keiner will den Menschen ihren freien Tag vermiesen. Doch kein Foto ist es wert, Schaden einfach so hinzunehmen.

Landwirte haben den Schaden, wenn Kulturen und Ernten zerstört werden

Doch immer wieder kommt es zu solchen Auswüchsen durch Hobbyfotografen. In der Provence haben zum Beispiel Landwirte immer wieder Ärger mit Menschen, die Lavendelfelder für Fotos missbrauchen. Für das perfekte Foto werden Pflanzen niedergetrampelt oder sogar ausgerissen.

Gleiches passiert in den Niederlanden. Hier sind Tulpen ein beliebtes Motiv. Auch im kanadischen Toronto gab es vor ein paar Jahren einen Zwischenfall; Landwirte hatten ihr Sonnenblumen-Feld sogar für Hobbyfotografen geöffnet. Doch mit dem anschließenden Hype hatten sie nicht gerechnet. Tausende kamen. Unfälle passierten. Die Sonnenblumen haben gelitten. Die Bauern waren bedient. Sie werden nie wieder Menschen auf die schönen Sonnenblumen aufmerksam machen.

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