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Wirtschaft

Intervet und Merial vor der Fusion

Externer Autor
am
15.03.2010

Berlin - Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis und sein amerikanischer Konkurrent Merck wollen ihre Sparten für Tiermedizin zusammenlegen.

Wie Sanofi-Aventis mitteilte, wird dazu ein Joint Venture gegründet, in dem Merial und Intervet untergebracht sind. Beide Unternehmen halten derzeit etwa je 14 Prozent am weltweiten Markt für Veterinärprodukte. Die neue Gemeinschaftsfirma würde mit einem globalen Marktanteil von mehr als 28 Prozent  mit weitem Abstand Branchenprimus vor Pfizer mit rund 15 Prozent und Bayer mit etwa sieben Prozent. Die Kartellbehörden in den USA und der Europäischen Union müssen das Gemeinschaftsprojekt der beiden Pharmakonzerne allerdings noch genehmigen.

Merck gibt durch die Transaktion den alleinigen Zugriff auf den Impfstoffspezialisten Intervet aus der Hand. Aber auch Merial, das derzeit schon zu Sanofi-Aventis gehört, stammt teilweise aus dem Merck-Imperium. Im Sommer vergangenen Jahres hatten die Franzosen Mercks hälftige Beteiligung an Merial übernommen und wurden damit alleiniger Besitzer des Tierarzneiunternehmens. Zugleich hatte Merck seinerzeit Sanofi-Aventis eine Option auf ein Joint Venture mit Intervet eingeräumt, wovon die Franzosen jetzt Gebrauch machen. Mit der geplanten Fusion haben die Übernahmetendenzen auf dem Markt für Tiermedizin eine neue Dimension erreicht. Bereits im vergangenen Herbst hatte sich Boehringer Ingelheim die Marke Fort Dodge des US-Konzerns Wyeth einverleibt. Fort Dodge galt mit einem Marktanteil von knapp sechs Prozent bis dahin als die Nummer fünf auf dem globalen Markt für Veterinärprodukte.

Eckdaten des Marktes für Veterinärprodukte

Triebkraft für die Fusionstendenzen auf dem Markt für Tierpharmazeutika ist offenbar die Attraktivität dieses im Vergleich zum Markt für Humanmedizin kleinen Geschäftsfeldes. So rechnet Sanofi-Aventis für die Zeit bis 2014 mit einem nominalen Wachstum der Branche um jährlich fünf Prozent auf dann 24,1 Milliarden Dollar (17,7 Milliarden Euro). Rund zwei Drittel des Marktes entfallen derzeit auf Nordamerika und Mitteleuropa. Der Anteil des Marktes für Nutztiere wird auf rund 60 Prozent beziffert, während auf Haustiere ein Umsatzanteil von rund 40 Prozent entfällt. Was die Produktgruppen angeht, haben Mittel gegen Parasiten sowie Impfstoffe mit 28 Prozent beziehungsweise 25 Prozent die größten Anteile. Merials besondere Stärken liegen in den Bereichen Haustiere und Parasitenmittel, während Intervet als Impfstoffspezialist gilt.

Gesamtumsatz von 5,29 Milliarden Dollar  

Der Umsatz von Merial und Intervet bewegte sich 2009 mit 2,55 Milliarden Dollar (1,87 Milliarden Euro) beziehungsweise 2,74 Milliarden Dollar (2,01 Milliarden Euro) in ähnlicher Größenordnung. Unterschiedlich sind allerdings die Firmenstrukturen. Während Merial mit 5.600 Mitarbeitern über 15 Produktionsstätten in neun Ländern verfügt, zählt Intervet rund 8.200 Beschäftigte sowie 28 Produktionsstätten in 14 Ländern. Die sieben Topmarken sind laut Angaben von Sanofi-Aventis bei einer Fusion Frontline, Heartgard und Ivomec aus dem Hause Merial sowie Nuflor, Panacur, Circumvent PCV und Oleovac FMD aus dem Hause Intervet. Mit einem Abschluss der Fusion rechnen die beiden Mutterkonzerne im ersten Halbjahr 2011. (AgE)

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