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Ausnahmegenehmigung

Invasive Vogelart? Nun geht es dem Nandu an die Eier

Nandu
pd
am
04.05.2017

Nandus vermehren sich in Mecklenburg rasant. Der Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg bekommt nun die Ausnahmegenehmigung, Nandueier im Biosphärenreservat Schaalsee durch das Anbohren ihrer Eier zu manipulieren.

Ihre natürliche Verbreitung hat der Nandu, ein flugunfähiger Vogel, in Südamerika. In Deutschland gelten die Vögel als zugewanderte Tiere bzw. zu den potentiellen invasiven Arten. Das heißt: Dem Nandu wird Invasionspotenzial zugeschrieben, weil eine Gefährdung anderer Bodenbrüter und Bodenfauna nicht auszuschließen sei. Der Nandu-Bestand im Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee in Mecklenburg-Vorpommern geht ursprünglich auf einige wenige Tiere zurück, die im Jahr 1999 aus einem Gehege in Groß Grönau entlaufen sind. Mittlerweile zählt die Population 220 Tiere, die Schäden in landwirtschaftlichen Flächen anrichten.

Vergrämung des Nandus erfolglos

Versuche der Vergrämung sowie andere Maßnahmen zur Minimierung der Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen waren bisher erfolglos. Nun erteilte das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe als Untere Naturschutzbehörde für das Unesco-Biosphärenreservat Schaalsee dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg auf Antrag die Ausnahmegenehmigung, Nandueier im Biosphärenreservat Schaalsee durch das Anbohren zu manipulieren. Das Anbohren der Eier, mit dem Ziel der Verhinderung der Reproduktion, ist nach aktueller Beurteilung das mildeste Mittel eines Eingriffs, um dem weiteren Anwachsen und der weiteren Ausbreitung der Nandupopulation und den damit einhergehenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen entgegenzuwirken.

Nandus richten Schäden an Raps, Rüben und Weizen an

Zuvor wurde die Entwicklung der Nandupopulation und der damit zusammenhängenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen ausgewertet. Es war eine gemeinsame Auswertung mit dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg, dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Vertretern der Jägerschaft und dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe.

Die Auswertung ergab, dass der Bestand in den vergangenen Jahren auf 220 Tiere angestiegen ist. Die Population hält sich in diesem Jahr im nördlichen Biosphärenreservat Schaalsee auf, insbesondere zwischen Utecht und Schattin. Es zeigt sich, dass sich die überwinternden Gruppen deutlich vergrößert haben und bis zu 60 Tiere keine Seltenheit darstellen. Diese ernähren sich insbesondere von landwirtschaftlichen Kulturen, wie Raps, Rüben und Weizen. Die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen haben zugenommen. Beispielsweise mussten im Frühjahr 2017 ca. 15 ha Raps umgebrochen und mit anderen Kulturen bestellt werden.

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