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Jagdunfall

Jäger zu Bewährungsstrafe verurteilt

Jäger
am
26.07.2019
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Im August 2018 hatte ein Jäger versehentlich den Beifahrer eines vorbeifahrenden Autos erschossen. Jetzt verurteilte ihn das Landgericht Amberg zu einer Geld- und einer Bewährungsstrafe.

Das Landgericht Amberg hat einen Jäger der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden, der im vergangenen August bei einer Drückjagd in der Nähe von Nittenau (Oberpfalz) versehentlich den Beifahrer eines passierenden Autos getroffen und tödlich verletzt hatte.

Gemeinsam mit zehn weiteren Jägern hatte der 46-Jährige Wildschweine während der Maisernte erlegen wollen.

Mangelnde Sorgfalt bei Wahl der Schusslinie

Das Gericht warf dem Jäger vor, nicht die nötige Sorgfaltspflicht eingehalten und weder auf einen geeigneten Kugelfang, noch auf eine ungefährliche Schusslinie geachtet zu haben. Dass die B16 in Richtung seiner Schussabgabe lag, sei ihm bekannt gewesen.

Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von insgesamt 30.000 Euro (20.000 Euro an die Eltern des Getöteten und weitere 10.000 an eine gemeinnützige Einrichtung) und zu einer Bewährungsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. Das Gericht blieb dabei unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die 18 Monate auf Bewährung gefordert hatte.

Bewährung wegen Leichtsinns mit tödlicher Waffe

Die Kammer begründete, dass bei fahrlässiger Tötung zwar auch nur eine Geldstrafe verhängt werden könne, in diesem Falle durch die fehlende Verantwortung im Umgang mit tödlichen Waffen jedoch ein schwerwiegenderes Vergehen vorliege als beispielsweise bei einem normalen Autounfall.

Unter Tränen entschuldigt

Die Eltern des Getöteten, die als Nebenkläger aufgetreten waren, halten das Urteil für zu gering. Sie hätten mit einer Haftstrafe gerechnet, erklärte der Vater.

Der Jäger hatte sich während der Verhandlung unter Tränen bei der Familie des Opfers entschuldigt. Seinen Jagdschein hat er inszwischen auslaufen lassen und alle seine Waffen abgegeben.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit Material von BR24

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