Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Jagdvorfall

Jäger erschießt Hund in Knetzgau: Polizei ermittelt

Jäger auf Waldweg.
am Dienstag, 09.08.2022 - 12:04 (Jetzt kommentieren)

Ein österreichisches Ehepaar mit Hund war auf Kanu-Tour auf dem Main unterwegs. Als sie an Land gehen, wird ihr Hund von einem Jäger erschossen. Nun ermittelt die Polizei gegen den Schützen.

Was als traumhafter Ausflug begann, endete im Albtraum. Als Hund und Herrchen an der Staustufe Knetzgau das Ufer erreichen, springt ihr Hund an Land und rennt auf die Mainwiese. Unmittelbar danach wird er von einem Schuss getroffen – abgefeuert von einem Jäger.

Nach Angaben der Polizeiinspektion Haßfurt verletzte der Durchschuss den Hund schwer. Offenbar verließ der Jäger den Unfallort, ohne nach dem verletzten Hund zu sehen. Er verzichtete zudem darauf, mit den Hundebesitzern Kontakt aufzunehmen.

Tierarzt versucht vergeblich, den Hund zu retten

Das Ehepaar versuchte, den Hund an der Unfallstelle zu versorgen und rief die Tierrettung. Doch die Verletzungen des Hundes sind so stark, dass der Tierarzt nichts mehr ausrichten kann. Der Hund erliegt an seiner Schussverletzung.

Polizei untersucht Recht auf Jagdausübung

Nun ermittelt die Polizeiinspektion Haßfurt in dem Fall. Die Beamten wollen klären, ob der Jäger sein Recht auf Jagdausübung berechtigt genutzt hat.

Jäger begründet Schuss

Mittlerweile hat der Jäger den Vorfall erklärt: Der frei laufende Hund habe einen Hasen gehetzt und sei kurz davor gewesen, das Tier zu reißen. Da sei es seine Pflicht gewesen, einzugreifen. Natürlich hätte er nicht geschossen, wenn er Menschen gesehen hätte, erklärt der Schütze.

Er sei auch nicht einfach verschwunden, sondern hätte später noch nachgesucht. Er sei nur nach Hause, da sein Gewehr nicht mehr nachlud und um seinen Hund zu holen. Doch da habe schon die Polizei bei ihm angerufen.

Jägerverband distanziert sich

Der tödliche Schuss von Knetzgau stößt nicht nur Tierfreunden sauer auf. Einige Jäger aus der Region distanzieren sich klar davon, auf wildernde Haustiere zu schießen. TV Mainfranken gegenüber erklärte Egon Frank, Vorsitzender des Bayerischen Jagdverbandes der Kreisgruppe Haßfurt (BJV) Schusswaffen auf wildernde Hunde anzulegen sei praktisch ein Tabu.

Der Jäger hat sich wohl schon öfter mit Personen in seinem Jagdrevier angelegt und war der Polizei bekannt. Wie die Polizeiinspektion Haßfurt mitteilte, wird sie ein Strafverfahren gegen den Jäger einleiten. Die Erkenntnisse würden gesammelt und an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Mit Material von BR, TV Mainfranken

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...