Login
Dorf und Familie

Jäger gerät in Maishäcksler: Landwirt trifft keine Schuld

pb/ee
am
07.10.2015

Ein 81-jähriger Berliner Jäger wurde am Montag von einem Claas Jaguar 870 erfasst. Nach ersten Erkenntnissen saß er zu nahe am Maisfeld. Seine Waffe rettete ihm aber wohl das Leben.

Anfang Oktober wurde ein 81-jähriger Jäger aus Berlin bei Paulinenaue im Havelland schwer verletzt. Er war in einen Maishäcksler geraten, mit dem ein 62-jähriger Landwirt gerade das Feld aberntete.
 
Wie "unsere Jagd" berichtet, hatte der Mann wohl zu nah auf einem Jagdstuhl am betreffenden Maisfeld gesessen.

Absprache mit dem Landwirt

Der Jäger hatte sich mit acht weiteren Jagdkollegen um das Feld platziert. Laut "unsere Jagd" war mit dem Landwirt das Mähen des drei Meter hohen Maisfeldes abgesprochen.
 
Dieser fuhr also mit seinem Claas Jaguar 870, der vorne eine Spannbreite von 7,50 Metern mit vier Schneiderotoren hat, anfangs zwei Runden um das Feld. Anschließend begann er Schneisen zu mähen. Dabei aber blockierte plötzlich seine Maschine.

Beine blieben im Schneidwerk hängen

Als er den Häcksler überprüfen wollte, sah er den Rentner mit Ansitzstuhl und Waffe im Schneidwerk hängen. Die Beine hatte es bereits erwischt, der Mann war aber noch ansprechbar, so "unsere Jagd".
 
Nach fast zwei Stunden gelang es den Feuerwehrmännern, den Jäger aus der Maschine zu befreien. Dem 81-Jährigen habe wohl sein Gewehr das Leben gerettet. Der Metallknauf hatte den Not-Stopp am Maishäcksler ausgelöst.

Ermittlungen gegen Landwirt

Der Schwerverletzte wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Er wird wohl sein Bein verlieren, wie "unsere Jagd" berichtet. Der Landwirt erlitt einen Schock und musste seelsorgerisch betreut werden.
 
Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung, jedoch trifft den 62-jährigen Fahrer offenbar keine Schuld. Wie die Polizei mitteilt, habe sich sich der Jäger wohl "zu dicht am Feld" aufgehalten.
Auch interessant