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Jagdhundehaltung

Jagdhundeausbildung: So viel kostet die Ausbildung eines Hundes

Jagdhund mit totem Fuchs im Maul
am Freitag, 22.10.2021 - 14:00 (Jetzt kommentieren)

Was kostet ein Jagdhund und wieviel Geld und Zeit muss ich in die Grundausbildung eines Jagdhundes investieren?

Ohne Jagdhund geht es nicht bei der Jagd: Beispielsweise im Bundesland Niedersachsen ist jeder Jagdausübungsberechtigte verpflichtet, dass ihm für seinen Jagdbezirk ein brauchbarer Jagdhund – der geprüft ist – zur Verfügung steht. Bei jeder Such-, Drück- oder Treibjagd sowie jeder Jagd auf Federwild muss ein hierfür brauchbarer, geprüfter Jagdhund mitgeführt werden. Zudem muss bei jeder Nachsuche auf krankes Wild ein hierfür brauchbarer, das heißt geprüfter Jagdhund eingesetzt werden.

Jagdhund: Hundesteuer variiert von Kommune zu Kommune

Prüfungen, die Vorbereitung darauf, die tägliche Versorgung, die Gesunderhaltung und medizinische Prävention kosten Geld. Über die Jahre kommt da ein ordentlicher Betrag zusammen, den der Jäger für seinen Jagdhund aufbringen muss. Pauschal beziffern lassen sich die Kosten für einen Jagdhund nicht. Zu unterschiedlich sind die Anschaffungspreise von Hunden verschiedener Rassen und Züchter. Dasselbe gilt für Preise für Impfungen, medizinische Betreuung, Nenngelder, Ausbildungs- und sonstige Kosten. Preise für Trockenfutter zum Beispiel differieren zwischen circa zwei und acht Euro pro Kilogramm. Die nachfolgend genannten Werte sind daher lediglich als Anhaltspunkte zu verstehen. Gleichwohl stellen sie eine ungefähre Tendenz der zu erwartenden Kosten für einen einzeln gehaltenen Jagdhund dar.
Ist ein passender Welpe gefunden, hat sein neues Heim bezogen und die Grundausstattung wie Körbchen, Napfund Leine angeschafft, muss dieser steuerlich erfasst werden und sein Halter Hundesteuer zahlen. Sie ist eine Gemeindesteuer, deren Sätze stark differieren. Belaufen sich die Kosten in einigen Kommunen auf unter 50 Euro, fallen woanders über 100 Euro für die Hundesteuer an. Oftmals ist ein zweiter Hund nochmal teurer.

Kosten für Chip und Impfungen bedenken

Ist der Hund bereits älter als sechs Monate, muss er mit einem sogenannten Transponder gekennzeichnet sein. Meist wird der Jagdhundwelpe jedoch bereits gechippt vom jeweiligen Züchter übergeben. Ist dies nicht der Fall, appliziert der Tierarzt den Chip. Dies erfolgt mittels Injektor/ Kanüle unter die Haut. Die Welpen werden außerdem gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza (SHPPi) und ggfs. Leptospirose (L4) geimpft. Die Häufigkeiten dieser ersten Impfungen werden von Veterinär zu Veterinär unterschiedlich empfohlen – teils zweimalig, teils dreimalig und danach mit 15 Monaten und im Anschluss alle drei Jahre. Die Leptospirose-Impfung muss jährlich erfolgen. Die Tollwut-Impfung ist im zweiten Jahr zu wiederholen, danach in jedem dritten. Alle Impfungen werden in den Impfausweis eingetragen. Der blaue europäische Impfausweis, mit dem der Hund ins Ausland mitgenommen werden darf, kostet zustätzlich 23 Euro.
Zum Schutz gegen Endoparasiten sollte der Hund regelmäßig entwurmt werden. Vor allem, wenn kleine Kinder im Haus sind, die nicht selbstständig auf die nötige Hygiene achten können. Bis zum Alter eines halben Jahres behandelt man den Junghund alle vier Wochen, danach vierteljährlich. Für ein Breitband-Entwurmungsmittel gegen Spul-, Haken- und Bandwürmer fallen pro Entwurmung etwa 10 Euro an. Ein Spot-on-Präparat gegen Ektoparasiten kostet pro Pipette etwa 5 Euro und wird alle vier Wochen aufgetragen. Alternativ eignet sich gegen Ektoparasiten auch eine Tablette wie Bravecto. Sie wirkt drei Monate und kostet 37 Euro.

Jagdhund: Besser gut versichert

Je früher man beim Junghund mit der Ausbildung startet, desto besser. Darum fallen bereits Kosten für Feldleine, Warnhalsung und Apportel an. Bis zur Vollendung des 7. Lebensmonats muss der Jagdhund zudem beim Zentralen Hunderegister angemeldet werden. Daneben muss jeder, der in Niedersachsen einen Hund hält, der älter als sechs Monate ist, eine Haftpflichtversicherung für seinen Hund abschließen.
Solange sich der Hund in der Ausbildung befindet, ist er bei vielen Anbietern von Jagdhaftpflichtversicherungen kostenfrei mitversichert. Diese Phase gilt bis zu seinem dritten Lebensjahr. Um versichert zu bleiben, muss er bis dahin seine Brauchbarkeit nachgewiesen haben. Separate Hundehaftpflichtversicherungen kosten monatlich ab etwa 10 Euro.

Kosten für die Ausbildung eines Jagdhundes

Die Ausbildung von Jagdhunden wird üblicherweise bei einem Vorbereitungslehrgang durchgeführt und bei Arbeitseinheiten im Revier gefestigt. Gutachter gehen davon aus, dass für die vollständige Vorbereitung zu den einschlägigen Verbandsprüfungen bis hin zur „Meisterprüfung“ Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) im Schnitt 359 Ausbildungsstunden realistisch seien:

  • Verbandsjugendprüfung (VJP) 75 Stunden
  • Herbstzuchtprüfung (HZP) mit Zusatzfächern/ Brauchbarkeitsprüfung (BrP) 124 Stunden
  • Verbandsgebrauchsprüfung (VGP) 160 Stunden

Veranschlagt man die in den Gutachten geschätzten Autofahrten zu den Lehrgängen, ins Übungsrevier und zur Prüfung mit je 30 Kilometer einfacher Fahrtstrecke und multipliziert die gefahrenen Kilometer mit je 0,30 Euro/ km, wären dies an Fahrtkosten für die

Lehrgang gefahrene Kilometer Fahrtkosten
Verbandsjugendprüfung 660 km 198 Euro
Herbstzuchtprüfung 1.140 km 342 Euro
Brauchbarkeitsprüfung (als Zusatzfächer) 540 km 162 Euro
Verbandsgebrauchsprüfung 1.560 km 468 Euro

Ausbildung zum Jagdhund: Die Prüfungsgebühren

Auf die Hinzurechnung einer speziellen Hunde-Transportbox für den Kofferraum des Autos wird an dieser Stelle bewusst verzichtet. Ebenso auf die Einrechnung von Stundenlöhnen für die eigene Ausbildungstätigkeit. Hinzuaddiert wird jedoch Schleppwild in Form von Kaninchen, Ente, lebender Ende und Fuchs für die HZP sowie BrP (75 Euro) und VGP (100 Euro) sowie Lehrgangsgebühren und Nenngelder. Im Folgenden sehen Sie eine Aufstellung zu den einzelnen Kosten hinsichtlich Prüfungsgebühren:

Lehrgang Lehrgangsgebühr Nenngeld Summe
Verbandsjugendprüfung 50 Euro 70-90 Euro ca. 130,00 Euro
Herbstzuchtprüfung 150 Euro 100-120 Euro ca. 250,00 Euro
Brauchbarkeitsprüfung (als Zusatzfächer) 60 Euro - 60 Euro
Verbandsgebrauchsprüfung - 120-150 Euro ca. 135 Euro

Die Gesamtkosten für die Ausbildung und Prüfungen – ohne Berechnung eigener Stunden – addieren sich schnell auf etwa 1.760 Euro. Dies stellt nur einen Kostenpunkt dar.

Ausrüstung und Hundeversicherung: Auf Nummer sicher gehen?

Ab einem Jahr kann man den Hund mit gutem Gewissen bei der Jagdausübung einsetzen. Soll der Jagdhund dabei regelmäßig an Wildschweinen arbeiten, stellt sich für manchen Hundeführer schnell die Frage, ob der Jagdhelfer mit einer speziellen Schutzweste vor Keilerwaffen und beißenden Bachen geschützt werden soll. Dies hängt auch von seiner Schärfe ab. Wirkungsvolle Westen kosten für einen Hund mit etwa zwanzig Kilogramm Gewicht um etwa 400 Euro.

Ganz vorsichtige Hundeführer schließen zusätzlich eine Hunde-Krankenversicherung ab. Sie soll evtl. Operationskosten für den Jagdhund übernehmen. Hier empfiehlt es sich, zuvor ganz genau die Versicherungsbedinungen und -leistungen zu vergleichen. Wer während einer Jagd stets wissen möchte, wo sich sein Hund aufhält, wird ein Ortungsgerät anschaffen. Damit es auch dort funktioniert, wo kein Mobilfunknetz besteht, wird man dafür etwa 600 Euro einplanen müssen.

Üblicherweise erfolgt im zweiten Jahr die offizielle Röntgenuntersuchung auf Hüftgelenksdysplasie (HD). Die Röntgenaufnahme muss unter Narkose stattfinden, da sich der Hund nicht bewegen darf, und kostet etwa 200 Euro. Einige Zuchtverbände, wie der Verband für Kleine Münsterländer (KLM), verlangen zudem eine Blutprobe und eine Ultraschalluntersuchung auf Ektope Urether (etwa 130 Euro). Hat der Hund die Prüfungen erfolgreich bestanden und sind die Verbandsformalitäten erledigt, kehrt Alltag ein. Sofern in diesem Alltag keine Unfälle passieren oder Krankheiten auftreten, muss der Hund nur regelmäßig versorgt und routinemäßig medizinisch betreut werden. Damit sinken dann auch endlich die festen und variablen Kosten und die eigentliche Arbeit vor und nach dem Schuss kann beginnen. «

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