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Kündigung droht

Junglandwirt verliert Führerschein - darf aber weiter Traktor fahren

Ein Landwirt fährt Traktor mit einem modernen Schlepper
am Mittwoch, 05.10.2022 - 10:21 (1 Kommentar)

Im Mai flüchtete ein Junglandwirt in Bayern vor der Polizei - weil der TÜV seines Autos abgelaufen war. Nun verliert er seinen Führerschein, darf aber weiterhin Traktor fahren.

Es geschah im Mai 2022. Ein 22-jähriger Junglandwirt flüchtete in Bayern vor der Polizei - nur, weil der TÜV seines Opel Corsa abgelaufen war. Das sei „absolut dämlich“ gewesen, wie der Amtsrichter laut Neue Presse (NP) kommentierte.

Der junge Mann verlor nun aufgrund der Fluchtaktion seinen Führerschein für ein Jahr. Zudem muss er eine Geldstrafe von 2.250 Euro bezahlen. Aber: Er darf weiterhin Traktor fahren!

Polizeikontrolle: Landwirt gibt mit Auto Vollgas

In Eltmann im unterfränkischen Landkreis Haßberge führten zwei Polizisten im Frühjahr 2022 eine allgemeine Verkehrskontrolle durch. Als sie den Landwirt mit Blaulicht und Leuchtschrift zum Anhalten bewegen wollten, drosselte dieser auch erst mal sein Auto auf Schrittgeschwindigkeit, so die NP.

Doch als einer der Beamten hinüberging, habe der Fahrer Vollgas gegeben. Damit habe er sich des „Verbotenen Kraftfahrzeugrennens“ schuldig gemacht, erklärt die Zeitung.

Raserei: Grob verkehrswidrig und rücksichtslos

Seit 2017 richtet sich dieses Gesetz gegen illegale Straßenrennen. Dennoch kann auch ein einzelner Fahrer wegen „Alleinrasens“ bestraft werden - wenn er die Absicht hatte, „eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen“ und sich dabei grob verkehrswidrig sowie rücksichtslos verhalten hat.

Der Beschuldigte habe laut Staatsanwältin eine Höchstgeschwindigkeit von 162 km/h erreicht, obwohl nur 100 km/h erlaubt waren. Trotzdem wurde er bereits nach knapp zwei Kilometern von der Polizei eingeholt. Nach den Worten des Richters sei „der fehlende TÜV am Opel Corsa ein nichtiger Anlass“ für die nächtliche Raserei gewesen, berichtet die NP weiter.

Landwirt braucht berufsbedingt Fahrerlaubnis für den Traktor

Der Landwirt habe vor Gericht Reue gezeigt und sein Fehlverhalten eingeräumt. Gegen den an ihn gerichteten Strafbefehl hatte er jedoch Einspruch eingelegt, weil er als angestellter Landwirt berufsbedingt die Fahrerlaubnis für den Traktor brauche, erklärt die Zeitung.

Falls ihm sein Führerschein vollständig entzogen würde, hätte das die Kündigung durch seinen Arbeitgeber zur Folge, wie er laut NP glaubhaft erläuterte. Da er zuvor noch nie polizeilich aufgefallen war, gab der Richter der Bitte statt. Er ermahnte den Junglandwirt aber abschließend, „bloß keinen solchen Blödsinn mehr“ zu machen.

Mit Material von Neue Presse (NP), Amtsgericht Haßfurt

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