Login
Wirtschaft

Kalimarkt setzt neue Rekordmarke

AgE
am
26.06.2012

Der weltweite Kalimarkt ist 2011 auf fast 60 Millionen Tonnen gewachsen. Auch in Deutschland stieg der Absatz wieder. Aufgrund der starken Auswinterungsschäden war die Nachfrage 2012 jedoch verhalten.

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat im vergangenen Jahr eine deutliche Belebung der globalen Kalinachfrage registriert. Wie Geschäftsführer Dr. Ernst Andres vergangene Woche erklärte, hat sich der weltweite Kalimarkt nach dem Einbruch im Jahr 2009 erholt und 2011 sogar eine neue Rekordmarke gesetzt. Nahezu 60 Millionen Tonnen Kalidünger seien im letzten Jahr von Düngerherstellern weltweit an Kunden ausgeliefert worden. Die Hauptabnehmer hätten sich 2011 in Südostasien sowie Nord- und Südamerika befunden. In Europa habe sich der Absatz mit rund 7,5 Millionen Tonnen ebenfalls auf einem hohen Niveau bewegt und auch für 2012 sei man nach einem vielversprechenden Start vorsichtig optimistisch.
 
In Deutschland habe der Kali-Absatz mit rund 434.000 Tonnen im vergangenen Wirtschaftsjahr wieder das Niveau der Jahre vor der Finanzkrise erreicht. Dafür hätten sowohl ein gewisser Nachholbedarf sowie ein unerwarteter Anstieg der Getreidepreise gesorgt.

Kali-Nachfrage 2012 verhalten

Im zeitigen Frühjahr 2012 seien die Landwirte dann in vielen Regionen von starken Auswinterungsschäden und entsprechend niedrigeren Erlöserwartungen betroffen gewesen, was sich auch im Abnahmeverhalten niedergeschlagen habe, erläuterte Cornelia Schröter, Vertriebsleiterin Deutschland der K+S. Hinzu kämen inzwischen höhere Nährstoffanteile aus organischen Reststoffen wie Gärresten von Biogasanlagen. Diese würden vermehrt auch über deutlich größere Entfernungen transportiert und somit überregional verteilt.
 
Tendenziell positiv wirke sich jedoch aus, dass sich eine sachgerechte Ergänzung organischer Reststoffe durch mineralische Kalium- und Magnesiumdünger für viele Landwirte als sinnvoll herausgestellt habe. Man rechne daher mit einer stabilen Nachfrage nach beiden Nährstoffen.

K & S erwartet steigende Kali-Nachfrage

Mit Blick auf die nächste Saison erwartet die K + S-Vertriebsleiterin wieder eine deutliche Zunahme der Rapsanbaufläche. Unterstelle man die heutigen Rahmenbedingungen auch hinsichtlich zu erwartender Erlöse, dürfte daraus eine entsprechend höhere Nachfrage nach den Nährstoffen Kalium und Magnesium seitens der deutschen Landwirte resultieren.
 
Geschäftsführer Andres bleibt für den weltweiten Markt auch auf lange Sicht optimistisch: "Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis zum Jahr 2050 rund 70 Prozent mehr Agrarprodukte produziert werden müssen, um die Nachfrage der dann rund 9 Milliarden Menschen auf dieser Erde zu decken." Man sei davon überzeugt, dass die Aufgabe der Produktionssteigerung grundsätzlich bewältigt werden könne. Eine wesentliche Rolle werde dabei die sachgerechte Düngung spielen, die insbesondere für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und die Trockentoleranz der Kulturpflanzen von entscheidender Bedeutung sei.
 

Nährstoffrecycling: Dünger aus industriellen Nebenprodukten

 
Auch interessant