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Ermittlungen

Kein Mindestlohn gezahlt: Behörden haben Gemüsebauern im Visier

Erntehelfer
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Katharina Krenn, agrarheute
am
30.06.2017

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen sechs Gemüsebauern in der Pfalz. Der Verdacht: Sie zahlten unter Mindestlohn und entrichteten keine Sozialabgaben.

Saisonarbeiter aus Rumänien sollen, so der Verdacht der Behörden, von den Gemüsebetrieben schwarz und unter Mindestlohn bezahlt worden sein. Bereits im Mai seien die sechs Betriebe in der Vorpfalz durchsucht worden, sagte der zuständige Staatsanwalt Karl-Heinz Frohn. Es ist eine der größten Razzien in der Geschichte von Rheinland-Pfalz gewesen, berichte die ARD. 500 Beamte waren dafür im Einsatz.

Gemüseanbauern droht eine Freiheitsstrafe

"Wir gehen nicht von einigen wenigen Einzelfällen aus, sondern der Verdacht geht dahin, dass die Lohnabrechnung systematisch so gestaltet ist", sagt der leitende Oberstaatsanwalt Dr. Udo Gehring von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern gegenüber dem NDR. Bei einer Verurteilung droht den Landwirten eine hohe Geldstrafe. Sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren sei möglich.

Bezahlung: 2 Euro pro Kiste Gemüse

Bereits vor zwei Jahren hätten nach Aussage von Panorama-ARD-Reporter mit Erntehelfern der Gemüsebetriebe gesprochen. Sie hatten erzählt, dass sie zwei Euro pro Kiste verdienen. Eine Erntehelferin habe berichtet, dass sie in 10 Stunden oft nur 20 Kisten schaffe.

Nach Informationen des ARD-Magazins "Panorama" soll es sich bei den Unternehmen um Lieferanten der Einzelhandelsgruppe Lidl handeln. Lidl teilte mit, sich zu laufenden Verfahren nicht zu äußern.

Mit Material von dpa

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