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Brandschutz

Kinderfeuerwehr: Warum die Nachwuchsförderung so wichtig ist

Bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr finden auch altersgerechte praktische Übungen statt. Hier wird geübt, einen Brand mit dem Schlauch zu bekämpfen.
am Mittwoch, 30.11.2022 - 05:00 (1 Kommentar)

In Zukunft wird es durch die demografische Entwicklung immer mehr alte und weniger junge Menschen geben. Sie fehlen dann mitunter im Ehrenamt, wie bei der Freiwilligen Feuerwehr. Doch die Kinder- und Jugendfeuerwehr versucht entgegenzusteuern.

Ein jüngstes Ereignis aus dem Landkreis Fulda zeigt, wie wichtig die Arbeit der Kinderfeuerwehr sein kann: Im Juli hat ein 9-Jähriger im Landkreis Fulda den Notruf gewählt und den Brand eines Stalls auf dem Bauernhof seiner Eltern gemeldet, wie Osthessen News berichtete.

Der 9-Jährige hat die Tiere gerettet und den Schaden auf dem Hof seiner Eltern begrenzen können. Möglich war das, weil der Junge schon seit einiger Zeit Mitglied bei der Kinderfeuerwehr in Friesenhausen war. Wie die Kinderfeuerwehr den Nachwuchs fördert und wie ihr Kind in die Kinderfeuerwehr kommt, erfahren Sie hier.

Warum ist die Kinderfeuerwehr so sinnvoll für Landwirte-Eltern?

In den Kinderfeuerwehren lernen Kinder, füreinander einzustehen, Verantwortung zu übernehmen und sich in Gefahrensituationen richtig zu verhalten. Die Kinderfeuerwehr dient der Charakterbildung, denn nahezu alle Organisationen legen Wert darauf, das soziale Engagement der Kinder zu fördern und ihr Selbstvertrauen und ihre Teamfähigkeit zu steigern.

Oftmals sind die Gruppen der Kinderfeuerwehren selbstorganisiert, damit die Kinder Gelegenheit bekommen, sich aktiv einzubringen. Für Eltern, die Landwirte sind, ist das besonders sinnvoll: ihre Kinder lernen früh, eigenständig zu handeln und Verantwortung zu übernehmen, eine Eigenschaft, die sie später auf dem Hof weiterbringt.

In Zeiten von Corona ist die Kinderfeuerwehr auch eine sehr gute Möglichkeit für Landwirte, ihre Kinder sinnvoll zu beschäftigen. Daneben entwickeln die Kinder eine gesunde Routine, weil die Treffen regelmäßig stattfinden und sie mit Gleichaltrigen in Kontakt kommen.

Kinderfeuerwehr schult Verhalten im Ernstfall

Außerdem Goldwert: die Ausbilder zeigen den Kindern, wie sie sich in Notsituationen verhalten können. Gefährliche Situationen werden in Spielen nachgestellt, um die Kinder dafür zu sensibilisieren und ihnen zu zeigen, wie sie richtig handeln und helfen können. Auf dem Hof ist das besonders wichtig, denn ein zusätzliches Paar Augen und Ohren, die aufpassen und wissen, was bei einem Unfall oder einem Brand zu tun ist, kann eventuell das Schlimmste verhindern.

Was sind die Ziele der Kinderfeuerwehr?

Die Kinderfeuerwehr hat das Ziel, Kinder im Kindergarten und Grundschulalter möglichst früh an Werte der Feuerwehr, wie Kameradschaft und Teamgeist, und die klassischen Feuerwehraufgaben wie die Brandbekämpfung, heranzuführen. Die Gruppen der Kinderfeuerwehren gehen spielerisch vor, um den Kindern zu vermitteln, was Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft bedeuten.

Ziele der Kinderfeuerwehr sind: 

  • Vorbereitung auf den Jugendfeuerwehr (ca. ab 10. Lebensjahr)
  • Förderung der Teamfähigkeit und Kommunikation
  • Steigerung sozialer Kompetenz
  • Befähigung zur Handlungsfähigkeit und Hilfeleistung
  • Erlernen von Erste Hilfe Maßnahmen
  • Steigerung motorischer und kognitiver Fähigkeiten
  • Brandschutzerziehung
  • Problemlösungsstrategien vermitteln
  • Spaß an der Feuerwehr haben

Wie kann mein Kind in der Kinderfeuerwehr aufgenommen werden?

Die meisten Kinderfeuerwehren in Deutschland nehmen Kinder auf, sobald sie das 6. Lebensjahr erreicht haben. Formell ist eine schriftliche Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten und oft auch ein Antragsformular nötig. Sofern es einen freien Platz in der jeweiligen Gruppe gibt und das Kind über eine ausreichende soziale Kompetenz verfügt, steht der Aufnahme nichts im Weg.

Wie lange bleiben Kinder in der Kinderfeuerwehr?

Kinder, die das 10. – bei manchen Feuerwehren auch das 12. Lebensalter – erreicht haben, können in die Jugendfeuerwehr eintreten oder treten automatisch in die Jugendorganisation über. Daneben wird die Mitgliedschaft aus der Kinderfeuerwehr durch Austritt oder Auflösung der örtlichen Gruppe beendet.

Fällt ein Kind durch sehr schlechtes Benehmen auf, ist es auch möglich, das Kind auszuschließen. Davor wird man sich in der Regel aber noch mit den Erziehungsberechtigten beraten.

Bei vielen Feuerwehren können Kinder sowohl in der Kinder- als auch in der Jugendfeuerwehr Mitglied sein. Doppelmitgliedschaften ergeben sich durch das Alter des Kindes:

  • 6- bis 12-Jährige gehen in die Kinderfeuerwehr,
  • 10- bis 18-Jährige nehmen an der Jugendfeuerwehr teil und
  • Jugendliche ab 16 Jahre können in die klassische Feuerwehr, die aktive Wehr, einsteigen

Was kostet die Mitgliedschaft bei der Kinderfeuerwehr?

In vielen Gemeinden ist die Kinderfeuerwehr kostenlos, doch es gibt auch Gemeinden, die einen Jahresbeitrag von ca. 30 Euro erheben. Auch Sonderveranstaltungen der Kinderfeuerwehr können mit überschaubaren Kosten verbunden sein. Hier finden Sie eine Liste über die Eintrittsalter für die Kindergruppe und die Altersgrenzen der Feuerwehr.

Wann finden die Gruppenstunden statt?

Die Kinderfeuerwehren treffen sich regelmäßig, in vielen Gemeinden in einem Turnus von zwei Wochen. Die Treffen dauern ca. 1 bis 2 Stunden. In den Ferien finden nicht in allen Kinderfeuerwehren Treffen statt. Sonderdienste werden im Allgemeinen im Voraus angekündigt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei den Kinderfeuerwehren in Ihrer Nähe. Hier finden Sie eine Liste der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Kinderfeuerwehr aller Bundesländer: 221108_djf_fa_kidf_mitglieder_und_ansprechpartner.pdf (jugendfeuerwehr.de)

Mit Material von jugendfeuerwehr.de, Landesfeuerwehrverband Bayern e.V., Feuerwehrmagazin, Freiwillige Feuerwehr Hoheneggelsen,

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