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Unverständnis und Empörung

Mit Kindern auf die Jagd? Bürgermeister erntet Shitstorm

Jäger brechen Schwarzwild auf einem Acker auf
am Mittwoch, 30.11.2022 - 05:00 (2 Kommentare)

Wo Fleisch herkommt, wollten Kinder in Baden-Württemberg live erleben. Ihr Vater nahm sie mit auf die Jagd. Das Resultat: Ein Shitstorm im Netz.

Den Weg vom Lebewesen zum Lebensmittel – für viele Jäger nach wie vor ein Faszinosum. Was auf der Jagd geschieht, ist aber auch für Nicht-Jäger interessant – beispielsweise Kinder.

Ein Bürgermeister aus Baden-Württemberg kam dem Ansinnen seiner acht und zehnjährigen Kinder nach und nahm sie mit auf eine Gesellschaftsjagd. Die Aktion des Knittlinger Ortsoberhauptes nach der Jagd am 19. November brachte ihm dann einen deutschlandweiten Shitstorm ein.

Kind hält Rehlauf nach Jagd: Foto sorgt für Ärger

Der Zankapfel war ein Foto seiner Tochter, auf dem sie einen Rehlauf in die Kamera hielt.

Das Internet – beziehungsweise die User – reagierten stante pede. Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ schreiben in ihrem Artikel zu der Angelegenheit von über 200 Nutzern, die das Bild kommentierten. Der Tenor: Unverständnis.

Unverständnis zu den heftigen, unsachlichen Kommentaren

Während die Knittlinger die jungen Jagdbegleiter gelassen aufnahmen, sorgten die Reaktionen aus dem Netz beim Bürgermeister Alexander Kozel (Grüne) für Kopfschütteln.

Insbesondere die Heftigkeit der Kommentare überraschte ihn nach eigenen Angaben. Der Versuch sachlich zu argumentieren, sei fehlgeschlagen. Letztlich löschte er den Beitrag. Mit seinen Kindern habe er laut den „Badischen Neuesten Nachrichten“ über die Kommentare gesprochen, genauso wie über die Jagd – letzteres im Vorfeld. Gegenüber der Presse betont der Kommunalpolitiker, dass die Kinder aus eigenem Interesse mitgekommen seien. „Für uns als Eltern war das so in Ordnung“, kommentierte er den Sachverhalt.

Grüner Bürgermeister äußerte sich nochmals im Nachgang

Auf Facebook kommentierte er jüngst die Vorgänge: „Ich bin sehr froh, dass meine Kinder selbst lernen wollten, wo Fleisch wirklich herkommt und zwar nicht aus der Plastik-Packung im Supermarkt.“ Als Nichtjäger hält er das Waidwerk mit Blick auf die Ökologie, Forstwirtschaft und Landwirtschaft für eine sinnvolle Maßnahme.

„Ich respektiere aber jeden, der eine andere Meinung hat“, betont der Bürgermeister.

Mit Material von Pirsch

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