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Umwelt

Klimadaten aus der Landwirtschaft verlangt

von , am
01.10.2010

Berlin - Bei der Bodennutzungshaupterhebung 2011 werden von den Landwirten zusätzliche Daten zur Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und zum Eiweißeinsatz in der Schweinefütterung aufgenommen.

© Mühlhausen/landpixel.de

Bei der Bodennutzungshaupterhebung 2011 werden von den Landwirten zusätzliche Daten zur Ausbringung von Wirtschaftsdüngern und zum Eiweißeinsatz in der Schweinefütterung aufgenommen. Nach der Zustimmung des Bundesrates zur Agrarstatistik-Emissionsberichterstattungsverordnung 2011 werden diese Angaben bei rund 20.000 Ackerbaubetrieben und etwa 16.000 Schweinehaltern im nächsten Jahr erfragt.

Diese Daten dienen laut Gesetzgeber dazu, gegenüber Brüssel die Berichterstattungspflichten über Klimagase und Ammoniak aus landwirtschaftlichen Quellen zu erfüllen. Neben Art und Menge der Wirtschaftsdünger werden auch die damit behandelten Kulturarten, die verwendete Ausbringungstechnik sowie der Ausbringungszeitpunkt erfasst.

Zusätzliche Daten erforderlich

Zur Schweinemast werden Anfangsgewicht, Endgewicht und Mastdauer ermittelt sowie die Anzahl der Fütterungsphasen, aber auch der Rohproteingehalt der Futtermischungen. Die Zustimmung des Bundesrates erfolgte aber nur nach Maßgabe einer wichtigen Änderung: Die ursprünglich geplante Unterscheidung von hofeigenen Mischungen und zugekauften Mischfuttermitteln strich die Länderkammer. Zur Begründung führte der Bundesrat an, die Differenzierung enthalte keinen fachlichen Bezug zur Emission von Klimagasen.

Verwaltungsdaten ausschöpfen

Der Bundesrat warnte außerdem in einer Entschließung vor praxisfremden Abgrenzungen, die zu fehlerhaften Angaben führen könnten und so die Qualität der Erhebung beeinträchtigten. Daher sollen bei der Erstellung der Statistik-Fragebögen auch die Fachministerien der Länder in die Beratungen eingebunden werden. Um den Aufwand bei den Auskunftspflichtigen auf ein Minimum zu begrenzen, könnte außerdem so weit wie möglich auf vorhandene Verwaltungsdaten zurückgegriffen werden, regte die Länderkammer an. Darüber hinausgehende Erhebungsmerkmale sollen auf möglichst einfach zu ermittelnde Daten abgestellt werden.

DBV: Aufwand zu hoch  

Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnte anlässlich des Ratsbeschlusses vor zu viel Bürokratie bei der Datengewinnung. Kritisch sieht er vor allem, dass die Fragen zur flächenmäßigen Verteilung von Gülleausbringungsverfahren nur mit unverhältnismäßig hohem zeitlichem Aufwand von Seiten der Landwirte korrekt angegeben werden könnten. Die Daten-Anforderungen der EU hätten sich auch mit einigen wenigen Fragen und damit verbunden treffsicheren Antworten hinreichend bedienen lassen, betonte der DBV.

DBV erwartet positives Ergebnis

Als Ergebnis der Erfassung von Klimagasen und Ammoniak aus landwirtschaftlichen Quellen erwartet der Verband, dass aufgrund moderner Ausbringungstechniken, zeitnaher Einarbeitung und angepasster Fütterungsstrategien die für Deutschland zugelassenen Gesamtemissionen an Ammoniak nicht mehr überschritten werden. Zusätzliche Auflagen für die landwirtschaftlichen Betriebe beziehungsweise Einschränkungen im Düngemitteleinsatz wären dadurch überflüssig, hob der DBV hervor. (AgE)

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