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Klimakiller Hund: Lösungsansätze für eine bessere Ökobilanz

Hund mit Hundeblick
am Donnerstag, 30.12.2021 - 06:00 (5 Kommentare)

Vielen Haustierhaltern wird nicht gefallen, was Forscher herausgefunden haben: Hunde sind schlecht fürs Klima. Hier ein paar Lösungsansätze für dieses Dilemma.

Klimakiller, CO₂-Produzierer, Methanausstoßer. Dass Rinder nichts weiter als reine Umweltvernichter sind, steht für viele Mitbürger schon längst fest. Doch dass der Treibhauseffekt nicht nur auf dem Land angeheizt wird, ist vermutlich weniger bekannt. Denn die 10,7 Mio. Hunde in Deutschland sind für unsere Umwelt die Ausgeburt der Hölle.

Ein Hundeleben produziert 8,2 t CO₂

Forscher der Technischen Universität Berlin haben die erste vollständige Ökobilanz eines durchschnittlichen Hunds erstellt (agrarheute berichtete). Sie haben untersucht, was ein 15 kg schwerer Hund so in 13 Lebensjahren an Ressourcen verbraucht. Von Futter, inklusive Herstellung, Verpackung und Transport, über die Produktion der Kotbeutel bis hin zur Straßenreinigung – an alles haben sie gedacht. Demnach stößt unser Durchschnittshund genauso viel CO₂ aus, wie bei der Produktion eines Luxuswagens entsteht. Nämlich 8,2 t. Doch im Gegensatz zum Mercedes C 250 kackt der Hund zusätzlich rund 1 t und pinkelt ganze 2.000 l.

Futterverwertung künftig als Zuchtmerkmal?

Dass Wauzi auf einmal Umweltsünder sein soll, wird vielen nicht gefallen. Suchen wir also nach Lösungen. Wie wär’s denn mit der Zucht? Denn sind wir mal ehrlich: Soooo wichtig ist eine perfekte Optik ja eigentlich gar nicht. Und das sage ich selbst als überzeugte Rasseköterhalterin. Statt auf den perfekten Knick im Jack-Russel-Ohr könnte man doch künftig auf die Futterverwertung achten: weniger Häufchen = weniger negative Umwelteinflüsse. Das macht den besten Freund des Menschen noch besser.

Häufchen sammeln schützt die Umwelt

Apropos Häufchen: Das, was hinten rauskommt, hat den größten ökologischen Fußabdruck in der Hunde-Ökobilanz. Kot und Urin fallen in Sachen Süßwassereutrophierung am schwersten ins Gewicht. Hier liegt die Lösung des Problems wortwörtlich auf der Hand: Häufchen sammeln.

Was überraschen könnte, ist, dass es umweltfreundlicher ist, Kotbeutel zu produzieren, als Bellos Hinterlassenschaften am Wegesrand liegen zu lassen. Die Ausrede, es sei für die Umwelt viel besser, den Haufen im satten Grünland liegen zu lassen, statt ihn mit einem Plastikbeutel aufzusammeln, gilt somit erst recht nicht.

Hundeprodukte für den Hofladen

Dass sich bei diesem Lösungsansatz viele Hundehalter aber beratungsresistent zeigen werden, ist unumstritten. Wir brauchen also eine andere Lösung. Wie wäre es mit regionalen Produkten, um beim Transport Ressourcen einzusparen? Premium-Fleischpakete für empfindliche Hundemägen ab Hof zum Beispiel. Oder eine BARF-Bar im Hofladen. Oder Rinderkauohren von auf der Weide geschlachteten Tieren.

Ganz im Ernst: Es ist doch gar nicht so abwegig, Hundehalter von regionalen Produkten für Bello zu begeistern. Denn im Gegensatz zu dem Fraß, der teilweise auf ihren eigenen Tellern landet, ist für ihren vierbeinigen Liebling nur das Beste gut genug – eigentlich ganz schön traurig.

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