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Umwelt

Klimawandel: Strategien für die Landwirtschaft

von , am
04.06.2015

Die Anpassungen an die wärmeren Temperaturen laufen bereits. In den letzten vierzig Jahren wurde mit der Maisbestellung immer früher begonnen. Neue Sorten und Kulturen kommen jetzt ins Spiel.

Wenn sich die klimatischen Anbaubedingun- gen verbessern, könnte die Hirse eine interessante Ergänzung im bioenergetisch nutzbaren Fruchtartenspektrum werden. © hapo/landpixel
Die Bundesregierung hat einen Monitoringbericht zur Anpassung an den Klimawandel herausgegeben. Für die Landwirtschaft könnten demzufolge unvorhersehbare Wetter- oder Witterungssituationen zum Problem werden. Auf die Veränderungen jahreszeitlicher Witterungsverläufe könnten sich die Landwirte allerdings gut einstellen. Tipps zur Anpassung an den Klimawandel im Überblick.

 

Bewirtschaftungsplanung überdenken

Mit den sich im Zuge des Klimawandels vollziehenden Veränderungen jahreszeitlicher Witterungsverläufe müssen die Landwirte ihre Bewirtschaftungsplanung umstellen. Sie müssen die günstigsten Zeitpunkte für Bestellung, Aussaat und Ernte sowie für die Ausbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in jedem Jahr neu ermitteln. Die Direkten Einfluss nimmt die Witterung insofern, als beispielsweise der günstigste Zeitpunkt für die Bodenbearbeitung stark von der Bodenfeuchte abhängig ist, oder im Frühjahr die Aussaat bestimmter Kulturpflanzen wie Mais erst bei Erreichen bestimmter Bodentemperaturen erfolgen kann.
 

Neue Kulturpflanzen anbauen

Der Anbau wärmeliebender Kul- turpflanzenarten in Deutschland könnte sich ausweiten, wenn zugleich eine ausreichende Nachfrage am Markt gegeben und der Anbau wirtschaftlich interessant ist. Zu den wärmeliebenden Kulturpflanzen gehören u. a. der Körnermais, die Sorghum-Hirse, die Sojabohne, die Sonnenblume und der Hartweizen (Durum).

Andere Sorten wählen

Ähnlich den Anpassungsmöglichkeiten durch den Anbau wärmeliebender Kulturpflanzenarten ist auch die Sortenwahl ein für die Landwirte geeignetes Mittel. Beim Körnermais steigert die Verwendung frühreifer Sorten die Wahrscheinlichkeit, dass höhere Trockensubstanzgehalte bei der Ernte erzielt und damit die Trocknungskosten geringer werden. Frühreife Sorten könnten unter diesen Umständen an Attraktivität gewinnen.

Pflanzenschutzmittel differenziert einsetzen

Der Klimawandel wird größere Unsicherheiten im Pflanzenschutz mit sich bringen, die aber nicht dazu führen dürfen, dass "Unsicherheitsspritzungen" zunehmen und Risiken durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für Mensch, Tier und Naturhaushalt steigen. Das heißt, trotz Klimawandel sollte es nicht zu höheren Intensitäten im Pflanzenschutz kommen. Für die Praxis bedeutet dies, dass Produktionssysteme anzupassen sind undInvestitionen in aktuelle und verbesserte Prognose- und Entscheidungshilfesysteme zunehmen werden.

Über Beregnung Erträge sichern

Unter den Bedingungen des Klimawandels wird die Beregnung zur Sicherung hoher Qualitäten und Produktionsmengen interessant. Dies gilt vor allem dann, wenn die Agrarpreise steigen und die Nutzungsintensitäten zunehmen.  Zwei heute bereits beobachtbare Klimatrends wirken sich im Hinblick auf eine ausreichende Wasserver- sorgung landwirtschaftlicher Kulturpflanzen in der Hauptvegetationsperiode negativ aus: Zum einen nehmen die (Früh-)Sommerniederschläge ab, zum anderen können die Sommerniederschläge vermehrt als Starkregenereignisse auftreten, wodurch sich die Verfügbarkeit für die Pflanzen zusätzlich verschlechtert. Die Landwirtschaft kann u. a. mit einem verstärkten Anbau trockenstressresistenterer Sorten oder mit zunehmender Bewässerung bzw. Beregnung landwirtschaftlicher Kulturen auf diese Situation reagieren.
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