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Forschung

Kohle aus Hühnerkot: Studie untersucht alternative Energiequelle

Huhn im Freien
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Julia Eder, agrarheute
am
23.11.2017

Israelische Forscher verwandelten Hühnerkot in Kohle und untersuchten, ob man dadurch fossile Brennstoffe ersetzen kann. Die Ergebnisse sind vielverprechend.

Israelische Forscher haben Geflügelkot in festen Biobrennstoff verwandelt. Die Exkremente von Truthähnen, Hühnern und anderem Geflügel könnten in Zukunft rund zehn Prozent der Kohle bei der Stromherstellung ersetzen, meint Professor Amir Gross von der Universität Ben Gurion (BGU) in Beerscheva. Die Studie wurde in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals "Applied Energy" veröffentlicht.

So wird Kohle aus Hühnerkot hergestellt

In der Studie verglichen die Forscher zwei Herstellungs-Verfahren von Kohle aus Hühnerkot:

  1. Bio-Kohle wird durch langsame Pyrolyse bei einer Temperatur von 450 °C hergestellt.
  2. Hydro-Kohle wird durch hydrothermale Carbonisierung hergestellt. Das ist ein Verfahren, bei der Kot mit Wasser gemischt und bei einer Temperatur von 450 °C und erhöhtem Druck zu Kohle "gepresst" wird.

Die Forscher konzentrierten sich dabei auf die Faktoren Kohle-Eigenschaften, Energiegehalt und Gasemissionen. Der Vergleich zu fossiler Kohle war nicht Gegenstand der Studie.

Kohle aus Hühnerkot könnte zum Teil fossile Brennstoffe ersetzen

Schlussfolgerungen der Studie waren:

  1. Hydro-Kohle weist eine höhere Energiedichte auf als Bio-Kohle. Insgesamt konnte unter dem Strich 24 Prozent mehr Energie "erzeugt" werden.
  2. Bei der Verbrennung unterschieden sich die Kohle-Arten kaum.
  3. Bei der Bio-Kohle entstanden mehr Gasemission bei der Herstellung als bei der Verbrennung. Bei der Hydro-Kohle war es umgekehrt.

Die Schlussfolgerung sei, dass Hydro-Kohle mit weniger Energie und Umweltbelastung hergestellt werden könne als Bio-Kohle. Insgesamt entstehe mehr Energie, als bei dem Verfahren hineingesteckt werde, sagte Gross. Diese Kohle könnte 10 Prozent der fossilen Kohle bei der Stromerzeugung ersetzen, schätzen die Forscher. Mit der Herstellung der alternativen Energiequelle könne somit die Treibhausgasemission verringert werden.
Übrigens: Die aus dem Geflügelkot entstandene Kohle habe keinen unangenehmen Geruch, betont Gross. "Es riecht nicht nach Geflügel oder Kot, sondern nach Kohle."

Mit Material von Sciencedirect.com, dpa

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