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Tierwohl

Kommentar: Die Schockbilder und das Label

Verladen von Schweinen
am Freitag, 05.05.2017 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Der "Spiegel" prangert diese Woche wieder einmal die "Massentierhaltung" an. Und der Politik mangelt es an Entschlossenheit, etwas zu ändern. Ein Kommentar von Simon Michel-Berger.

Wer dieser Tage die Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ zur Hand nimmt, findet dort einen Beitrag der unter der Überschrift "Der Schweine-Schwindel" mal wieder mit der sogenannten "Massentierhaltung" aufräumt. Darin stehen Sätze wie "Zu sehen sind [...] verendende Ferkel, denen die Kraft fehlt, die entzündeten Zitzen ihrer Mütter zu erreichen [...]". Lieferant der Schockbilder sind einmal mehr die erklärten Tierhaltungsgegner von Peta. Unerheblich, dass die Initiative Tierwohl und zuständige Veterinärämter bei sofort anberaumten Sonderprüfungen nichts gefunden haben: Die Horrorbilder sind wieder unterwegs.

"Was vom Label übrig bleibt, ist völlig offen"

Mitten hinein in das Getümmel will das Bundeslandwirtschaftsministerium mit seinem staatlichen Tierwohl-Label springen. Allerdings nicht unbedingt mit eiserner Entschlossenheit sondern eher, indem es der Öffentlichkeit zu medial günstig gelegenen Zeiten (Grüne Woche, Ostern) Ankündigungen und Folgeerklärungen hinwirft, wie andere Leute zur Unterhaltung Steine in den Fluss werfen. Was letztlich vom staatlichen Label nach der Bundestagswahl im September übrig bleibt – und ob Christian Schmidt dann überhaupt noch im gleichen Amt sein wird – ist völlig offen.

"Label bringt Tierhaltern weder Frieden noch Gewinn"

Klar sind hingegen zwei Dinge: Erstens wird es teuer. Sogar das Bundeslandwirtschaftsministerium geht von Mehrkosten von 20 Prozent aus. Kann der Erzeuger diese nicht umlegen, ist sein Gewinn futsch. Zweitens kaufen sich die Tierhalter für dieses Geld keinen Frieden. Schmidt ist es nicht gelungen, den Tierschutzbund an Bord zu halten Aus dem unparteiischen Ansatz wird also nur wieder eine neue Initiative, mit der weder Tierschützer noch Landwirte richtig warm werden. Freuen dürfte sich der Lebensmittelhandel, der den Bauern künftig neue Auflagen unter Verweis auf das staatliche Siegel als gefühlte Mindeststandards aufdrücken kann.

Diesen Kommentar und mehr Details zum Thema lesen Sie in der Ausgabe 18/2017 des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts.

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