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Politik national

Kompromiss bei Steuer auf Ernteversicherungen

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von , am
25.10.2012

Berlin - Die Koalition kommt den Forderungen nach einer moderaten Besteuerung von Mehrgefahrenversicherungen nach. Künftig sollen diese mit 0,3 Promille der Versicherungssumme besteuert werden.

Lohnt sich der Anbau von Winterweizen? Mit dem Berechnungs-Tool der LfL lässt sich dies schnell herausfinden. © agrar-press
Die Regierungskoalition hat sich heute auf einen einheitlichen Steuersatz für Mehrgefahrenversicherungen geeinigt. Die neue Regelung baut auf der bisher speziell für die Hagelversicherung geltenden Versicherungssummenbesteuerung auf. Künftig sollen die Mehrgefahrenversicherungen einheitlich mit 0,3 Promille der Versicherungssumme besteuert werden. Eine vergleichbare Regelung besteht bisher nur für die Hagelversicherung (0,2 Promille). Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sah dagegen vor, Ernte-Mehrgefahrenversicherungen mit 19 Prozent der Versicherungsprämie zu besteuern. Die Änderung soll im Rahmen des Verkehrsteueränderungsgesetzes am Donnerstag vom Deutschen Bundestag beschlossen werden.

Absicherung mit Zunahme der Wetterextreme immer wichtiger

Die bisherige Differenzierung in der Besteuerung führte dazu, dass nur wenige Landwirte, Winzer und Gärtner die sinnvolle Form der Eigenvorsorge über eine Mehrgefahrenversicherung nutzten. Diese Absicherung wird aber angesichts zunehmender Wetterextreme immer wichtiger. Mit der Anpassung der Versicherungsteuer bewegt sich Deutschland im europäischen Vergleich von der bislang höchsten Besteuerung hin zu einem durchschnittlichen Steuersatz für Ernte-Mehrgefahrenversicherungen.

DBV bwertet Kompromiss positiv

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bewertet den Kompromiss der Regierungskoalition zur Versicherungsteuer positiv: "Die einheitliche Besteuerung von Mehrgefahrenversicherungen ist ein Türöffner für ein innovatives und eigenverantwortliches Risikomanagement der Landwirte." Die Regierungskoalition setze damit ein wichtiges Signal für die Eigenvorsorge der Landwirte in Deutschland.

Das agrarpolitische Interview: Helmut Brunner

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