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Wirtschaft

Konjunkturbarometer Agrar tendiert leicht nach unten

usa
am
01.11.2011

Berlin - Die durchweg gute Stimmung der deutschen Landwirtschaft hat sich im dritten Quartal 2011 etwas abgekühlt.

Das zeigen die neuesten Daten des Konjunktur- und Investitionsbarometers Agrar, die DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born vorgestellt hat. Der Konjunkturindex, der die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung der Landwirte zusammenfasst, tendierte im September leicht nach unten. Das Konjunkturbarometer weist einen Wert von 31,9 aus, nach 33,5 im Juni und 36,2 im März.

Investitionsbereitschaft nahezu unverändert

Ursachen für den leichten Rückgang sind nach Einschätzung von Born die extrem schlechten Ernteergebnisse bei Getreide und Raps, gepaart mit steigenden Kosten für Düngemittel und Energie. Aber auch die wirtschaftlich schwierige Situation am Schweinemarkt sowie die Diskussionen um die künftige Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik verunsicherten die Landwirte, so der DBV-Generalsekretär. Umgekehrt wirkten die feste Entwicklung der Rinder- und Milchpreise sowie die zuletzt leicht rückläufigen Futtermittelpreise positiv auf die Stimmung der Landwirte. „Mittlerweile sind die Milchviehbetriebe aus einem tiefen Tal kommend an die Spitze der Zufriedenheit gerückt, Ackerbauern und Tierhalter liegen deutlich darunter“, fasste Born zusammen.
 
Nach DBV-Angaben ist die Investitionsbereitschaft trotz der leichten Stimmungseintrübung im Jahresvergleich nahezu unverändert. Immerhin 39 Prozent der befragten Betriebe wollten in den kommenden sechs Monaten investieren, verglichen mit 40 Prozent ein Jahr zuvor. Zwar planten zahlenmäßig mehr Landwirte in den kommenden Monaten Investitionen. Dies führe aber nicht zwangsläufig zu höheren Gesamtinvestitionen. So liege das für das nächste halbe Jahr beabsichtigte Investitionsvolumen nur noch bei 5,3 Milliaren Euro, vergleichen mit 7,9 Milliarden Euro vor einem Jahr.

Deutliche Investitionszuwächse bei Maschinen

 
Vor allem bei Investitionen in Technik zur Erzeugung erneuerbarer Energien sind die Landwirte vorsichtiger geworden, was man beim DBV auf die gesunkene Einspeisevergütung und gestiegene Substratpreise zurückführt. Vom absoluten Niveau her seien Investitionen in Photovoltaik- und Biogasanlagen mit einem Volumen von 1,9 Milliarden Euro aber immer noch beachtlich, stellte der DBV fest. Deutliche Investitionszuwächse gibt es dagegen bei Maschinen, während Investitionen in Wirtschaftsgebäude gemessen am Vorjahresniveau niedriger ausfallen.
 
Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Befragungsrunde im 3. Quartal 2011 befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt im September rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmen.
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