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Politik national

Konzertierte Aktion: Über 40 Demos gegen Schleuderpreise

von , am
18.08.2015

In ganz Bayern haben heute Landwirte gegen die Preispolitik des Handels demonstriert. Denn viele Discounter locken Kunden aktuell mit Rabattaktionen - Bauern geraten wegen des Preiskampfs in Bedrängnis.

Mit Aufklebern (hier Landau) haben die Landwirte heute auf ihre Aktion aufmerksam gemacht. © BBV
Die Trockenheit - und deren bedrohliche Folgen für die Bauern - hat es mittlerweile bis in die Publikumsmedien geschafft. Das hält viele Supermärkte nicht davon ab, Kunden mit Rabattaktionen und Sonderangeboten zu locken.
 
Dagegen haben sich Landwirte in ganz Bayern jetzt zur Wehr gesetzt. Bei über 40 Aktionen unter dem Motto "Schleuderpreise zerstören ..." haben sie gegen die Preispolitik des Handels protestiert.

Grenzen der Leistbarkeit teilweise schon überschritten

"Mit den Aktionen machen Bauern aus allen Teilen Bayerns auf ihre prekäre Situation aufmerksam", sagt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. "Die Grenzen der Leistbarkeit ist auf vielen Bauernhöfen erreicht - und zum Teil auch schon überschritten."
 
"Ein irrsinniger Verdrängungswettbewerb tobt auf dem Rücken der Bauern. Die Schleuderpreise an den Ladentheken zerstören die Grundlagen für eine nachhaltige und regionale Landwirtschaft", sagt Heidl. "Während sich der Handel Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreibt, wird die Vielfalt der Landwirtschaft mit dieser Preispolitik ans Messer geliefert. Ich fordere den Lebensmitteleinzelhandel auf, diesen bauernfeindlichen Kurs zu stoppen und faire Preise zu bezahlen. Wir brauchen endlich eine echte Partnerschaft und zukunftsorientierte Gespräche!"

Bald nur noch ein großer Handelskonzern übrig?

Das Problem gehe keineswegs nur die Bauern etwas an: "Wenn der Verdrängungswettbewerb nicht gestoppt wird, wird bald nur noch ein großer Handelskonzern übrig bleiben", fürchtet Heidl.
 
"Dann bestimmt der Handel nicht mehr nur welche Preise die Verbraucher zu zahlen haben und was für uns Bauern übrig bleibt. Über kurz oder lang wird uns in dieser Monopolstruktur dann auch vorgegeben werden, was wir einkaufen. Das kann niemand ernsthaft wollen."
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