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Wirtschaft

Kooperation: Deutschland und China bauen Zusammenarbeit aus

AgE
am
03.09.2012

Peking - Deutschland und China wollen ihre Zusammenarbeit im Agrarsektor weiter ausbauen. Das geht aus der Abschlusserklärung der zweiten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen hervor.

Förderschwerpunkte sind danach Kooperationen zu Innovationen bei moderner Landwirtschaft, Viehzucht, Landmaschinen und Biogas. Ziel ist es der Erklärung zufolge, Ernährungssicherung, Lebensmittelsicherheit sowie Verbraucherschutz in beiden Ländern und weltweit zu fördern.
 
Insbesondere auf dem Gebiet der Biogasnutzung will man stärker kooperieren. Eine entsprechende Vereinbarung haben der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Gerd Müller, und der chinesische Vizeminister im Landwirtschaftsministerium, Niu Dun, unterzeichnet.
 

Mehr Effizienz in Biogasanlagen

 
Nach Angaben des Staatssekretärs forciert die chinesische Regierung die Biogasnutzung. Hauptsächlich werden Biogasanlagen zur Entsorgung organischer Abfälle aus der Landwirtschaft genutzt. Der Anbau von Energiepflanzen zur Biogasgewinnung sei in der Volksrepublik nicht zugelassen. "Ziel dieser Kooperation ist es, die fortschrittliche technische Entwicklung erneuerbarer Energietechnologie zur Deckung des gigantischen Energiebedarfs in China nutzbar zu machen", so Müller am Rande der Konsultationen.
 

Müller erwartet weitere Marktöffnung

 
Bei seinem Gespräch mit dem Minister des für sanitäre Importfragen zuständigen Zentralamts (AQSIQ), Zhi Shuping, bekräftigte Müller den Wunsch Deutschlands nach zügigen, schlanken Einfuhrverfahren, sogenannten E-Zertifikaten, mit geringem Verwaltungsaufwand. Internationale Standards dienten einem sicheren und reibungslosen Handel und garantierten dem Verbraucher hohe Qualität. "Soweit sie erfüllt werden, sollten keine zusätzlichen Handelshemmnisse errichtet werden", sagte der Staatssekretär. Zhi unterstrich den Angaben zufolge die hohe Nachfrage nach deutschen Produkten in China. Beide Seiten seien übereingekommen, in den zuständigen Fachabteilungen beider Ministerien Lösungen zu erarbeiten. Der Staatssekretär zeigte sich zuversichtlich, dass eine weitere Öffnung des chinesischen Marktes für deutsche Produkte auf den Weg gebracht werden könne.
 

Sicherung der Qualität von Lebensmittel

 
Zur Vertiefung der Kontakte im Bereich Lebensmittelsicherheit traf Müller mit dem zuständigen Vizeminister für Gesundheit, Chen Xiaohong zusammen. Dabei bezeichnete er die Erarbeitung internationaler Standards für hochwertige Lebensmittel als "Grundstein für den Ausbau der Handelsbeziehungen". Das neue nationale Lebensmittelüberwachungssystem sei ein konkretes Ergebnis der Strategischen Partnerschaft, die 2010 begründet worden sei.
 

Risikobewertung im Fokus

 
Gemäß Kooperationsverträgen, die der Präsident des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), Prof. Andreas Hensel, am Rande der Regierungskonsultationen mit dem chinesischen Zentrum für die Bewertung gesundheitlicher Risiken bei Lebensmitteln (CFSA) und der chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften (CAAS) geschlossen hat, werden Deutschland und China ihre wissenschaftliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Risikobewertung von Lebens- und Futtermitteln intensivieren. Nach Müllers Einschätzung schafft der Vertrag die Voraussetzungen für "eine enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe zum gegenseitigen Nutzen". Mit der Unterzeichnung des Memorandums habe man die Basis für eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt und damit zur weiteren Festigung der deutsch-chinesischen Partnerschaft beigetragen.
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