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Wirtschaft

Kräftige Wachstumsimpulse bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank

© Cornelia Bley
Cornelia Bley/Land und Forst
am
12.04.2011

Frankfurt (Main) - Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat im vergangenen Jahr erneut von einem lebhaften Neugeschäft bei Biogas- und Fotovoltaikanlagen profitiert.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank fördert mehr Investitionsdarlehen als je zuvor. © Landwirtschaftliche Rentenbank
Zufrieden präsentierte der Vorstand der Förderbank, vertreten durch Dr. Horst Reinhardt und Hans Bernhard, am Montag in Frankfurt (Main) ihren Geschäftsbericht 2010. Die zugesagten Förderkredite für erneuerbare Energien über das Programm "Energie vom Land" erreichte im vergangenen Jahr ein Rekordvolumen von 2,3 Milliarden Euro gegenüber 1,6 Milliarde Euro 2009.

Investitionstrend Biogas

Die Bank finanzierte mit rund einer Milliarde Euro an bewilligten Krediten rund 70 Prozent der deutschlandweiten Investitionen von Biogasanlagen, das sind etwa 1.800 Projekte. Besonders tierhaltende Betriebe schufen sich in diesem Bereich ein zweites Standbein.
 
Im Bereich Fotovoltaik gab es dagegen einen deutlichen Rückgang der Darlehensnachfrage, was der Vorstand auf die Kürzung der Einspeisevergütung zurückführt. Viele Investoren warteten offenbar die Entwicklung der Modulpreise ab. Aber auch eine Marktsättigung könne der Grund für diesen Rückgang sein.

Landwirte investieren in Gebäude, Maschinen und Betriebsmittel

Einen kräftigen Zuwachs verzeichnete die Rentenbank auch bei der Finanzierung von Gebäuden, Maschinen und Betriebsmitteln. Rund 947 Millionen Euro sagte die Rentenbank für Gebäude zu, was einem Wachstum von über 37 Prozent gegenüber 2009 entspricht (690 Millioen Euro), für Flächenkäufe 324 Millionen Euro (2009: 311 Millionen Euro) und für Maschinenkäufe knapp 192 Millionen Euro (2009: 184 Millionen Euro). Diese Entwicklung führt Reinhardt, Vorstandsmitglied der Rentenbank auf die wieder günstigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Agrarsektor und die positive Entwicklung der globalen Nahrungsmittelnachfrage zurück. Wegen dieser Erholung ließ die Bank das "Konjunkturprogramm Agrar" Ende 2010 auslaufen.

Weniger Liquiditätshilfekredite nötig

Steigende Preise an den Agrarmärkten führten außerdem dazu, dass der Bedarf an Liquiditätshilfekrediten in der zweiten Jahreshälfte 2010 deutlich abnahm, während sie noch im ersten Halbjahr wie auch im Vorjahr rege nachgefragt wurden. Insgesamt wurden Liquiditätshilfedarlehen in Höhe von 456 Millionen Euro vergeben, gegenüber knapp 730 Millionen Euro 2009. Die Rentenbank sagte 2010 Programmkredite mit einem Volumen von sechs Milliarden Euro zu, elf Prozent mehr als im Vorjahr (5,4 Milliarden Euro). Mehr als 1, 5 Milliarden (Mrd.) Euro davon flossen nach Niedersachsen, was einem Anteil von knapp 26 Prozent entspricht.

Neugeschäft von zwölf Milliarden Euro

Insgesamt betrug das Neugeschäft rund zwölf Mrd. Euro. Die Bilanzsumme wuchs im Berichtsjahr leicht auf rund 78 Mrd. Euro an, eine Folge des höheren Fördervolumens. Das Betriebsergebnis nach HGB lag bei 366 Mio. Euro und damit rund fünf Prozent über dem Vorjahr (347). Die Bilanz weist einen Gewinn von 11, 8 Millionen Euro aus (2009: 11,3 Millionen), den die Rentenbank in voller Höhe für die Förderung der Landwirtschaft ausschüttet.

2011: Mit bisherigem Geschäftsverlauf zufrieden

Auch mit bisherigem Verlauf des Geschäftsjahres 2011 zeigte sich der Vorstand zufrieden. Im ersten Quartal sagte die Förderbank Programmkredite in Höhe von 1, 2 Milliarden Euro zu. Trotz eines derzeit günstigen Marktumfeldes rechnet die Rentenbank wegen des steigenden Zinsniveaus mit einem Rückgang der Kreditnachfrage im laufenden Geschäftsjahr. Im Bereich erneuerbare Energien gab sie sich dagegen optimistisch und rechnet damit, mindestens das Fördervolumen aus 2010 erneut zu erreichen. "Wir sind bereit noch etwas draufzusatteln", sagte Reinhard.   
 
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