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Vogelzug

Die Kraniche fliegen wieder: Das können Landwirte tun

Kraniche auf einem Feld im Winter
am Freitag, 11.02.2022 - 11:51 (Jetzt kommentieren)

Der Zug der Kraniche ist ein beeindruckendes Naturschauspiel. Und auch, wenn die großen Vögel keinen ganz so schlechten Leumund unter Landwirten haben, können sie den Alltag auf dem Betrieb beeinflussen.

Jedes Jahr im Herbst und im Frühjahr wandern über Deutschlands Himmel hunderttausende Vögel. Während wir von vielen kaum etwas mitbekommen, sind vor allem die Kraniche kaum zu ignorieren. Bis zu 2,50 Meter Spannweite und ein Organ, das an die Trompeten von Jericho erinnert. Die Vögel sind auf das Wohlwollen der Landwirte angewiesen. Dafür danken es die Vögel, in dem sie ordentlich Mäuse und Insekten von den Feldern wegfressen.

Zugvögel und Zugvögel-Touristen auf den Feldern

Kraniche ziehen nicht aus Jux und Dollerei mehrere tausend Kilometer jedes Jahr. Ihre Brutgebiete liegen in Skandinavien und Finnland, in Polen und dem Baltikum und in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Ihr Verbreitungsgebiet zur Brut ist ungefähr von Weser und Aller beziehungsweise dem 51 Breitengrad begrenzt. Auf ihren seit Generationen festgelegten Flugrouten machen sie immer mal wieder Rast.

Und wo zehntausend Vögel zusammenkommen, sind auch Vogelbeobachter nicht weit. Wenn die Touristen in ihrer Begeisterung über zarte Pflänzchen auf den Äckern stolpern, kann das ärgerlich für den Landwirt sein. Erst recht, wenn sie die Vögel von Flächen verscheuchen, die als Ablenkfütterung dienen sollen.

Hungrige Vögel, alleingelassene Landwirte

Denn Kraniche brauchen Futter. Bis zu 300 Gramm vegetarische Kost pro Tag kann das jetzt sein. Sie nehmen alles, was sie finden können; das sind Eicheln genauso wie Samen von Wildgräsern, Hagebutten, Kartoffeln oder eben auch frisch eingesätes Getreide. Landwirte versuchen ihre Saaten zu schützen, indem sie Ablenkfütterungen aufbauen. Das funktioniert auch ganz gut. Zumindest solange, bis sie von Vogeltouristen aufgescheucht werden. Alternativ können Landwirte versuchen die Vögel selbst zu vergrämen und auf diese Weise zu lenken. Das ist sogar erlaubt und Landwirte nutzen Knallschussanlagen oder auch nur laut flatternde Planen. Doch Vorsicht: Vergrämen darf man die Tiere nicht in Vogelschutzgebieten.

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