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Politik EU

Krankheitserreger: EU erhöht Forschungsgelder

von , am
10.08.2011

Brüssel - Die EHEC-Krise ist noch nicht lange her. Als Konsequenz stellt die EU-Kommission weitere zwölf Millionen Euro für die Forschung gegen Krankheitserreger - wie E. coli-Bakterien - bereit.

In einer von der BLE betreuten Datenbank stellen weltweit Wissenschaftler Informationen zu Erregern der Vogel- oder Schweinegrippe zur Verfügung. © scienceandart/fotolia
Die zusätzlichen Geldmittel aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm sollen vor allem der Weiterentwicklung von Abwehrverfahren dienen, um künftige Epidemien möglichst zu verhindern. Bereits diesen Herbst wird ein grenzüberschreitendes Konsortium mit der Bezeichnung "Antigone" Forschungsarbeiten aufnehmen mit dem Ziel, ein möglichst umfassendes wissenschaftliches Bild des neuen Stamms von E. coli - dem speziell ein Budget von 2,1 Millionen Euro gewidmet ist - und einer Reihe anderer virulenter Krankheitserreger, die eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellen könnten, zu erarbeiten.
 
Das Konsortium wird eng mit dem bereits bestehenden Projekt - "Predemics" - zusammenarbeiten. Bei dieser Arbeit handelt es sich um den Aufbau der Vorsorge, Vorhersage und Verhütung von Zoonose-Viren mit pandemischem Potenzial anhand multidisziplinärer Konzepte.

EU: Ganz oben auf der Liste

Maire Geoghegan-Quinn, Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, war es ein großes Anliegen, zusätzliche Mittel für die Gesundheit der Europäer zu mobilisieren und zeigt sich über den Erfolg erfreut. "Unser Konzept sieht vor, den Schwerpunkt der Forschung und Innovationsförderung der EU auf die Themen zu legen, die für die Europäer am wichtigsten sind, und da steht Gesundheit natürlich ganz oben auf der Liste", so die Kommissarin.

Projektziele von Antigone

Das Projekt "Antigone" (ANTIcipating the Global Onset of Novel Epidemics - Früherkennung des globalen Auftretens neuartiger Epidemien) soll nach derzeitiger Planung 14 Partner aus sieben Ländern vereinen. Ziel des Projekts ist es insbesondere, die Faktoren zu bestimmen, die Viren und bakterielle Erreger dazu befähigen, die Speziesbarriere zu überwinden und so von Tieren auf Menschen überzugehen. Auch neue, unbekannte Krankheiten sollen im Rahmen des Forschungsprojektes gegebenenfalls untersucht werden. Daneben wird im Zuge des Projekts angestrebt, Möglichkeiten der Tilgung von Krankheiten zu ermitteln und Lehren zu ziehen, die bei der künftigen Abwehr von Gefahren hilfreich sein können. Das Projekt beinhaltet eine "Flexibilitätsklausel", die eine rasche Reaktion auf das unerwartet auftretende Risiko einer Humanepidemie ermöglicht, ohne dass die Kommission eine neue Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlichen muss.

Unterstützung für hochrangige Forschungsprojekte

Die Generaldirektion Forschung und Innovation unterstützt seit Langem hochwertige Forschungsprojekte, in deren Rahmen die wissenschaftlichen Instrumente zur Reaktion auf neu auftretende Epidemien erarbeitet werden. Bereits in der Vergangenheit hat die EU-Kommission die Erforschung pathogener enterohämorrhagischer E.-coli-Bakterien finanziert, und zwar vorwiegend mit Blick auf die Aspekte Lebensmittel- und Wassersicherheit.  
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