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Wirtschaft

Krisenstimmung bei Vion

AgE
am
02.05.2013

Eindhoven - Der Der niederländische Fleischkonzern Vion will seine Sparte 'Ingredients' verkaufen. Ziel ist eine Normalisierung der angespannten Finanzlage.

Der niederländische Fleischkonzern Vion sucht für seine internationale Sparte "Ingredients" zur Herstellung von Mehrwerterzeugnissen wie Gelatine, Eiweißen und Fetten aus Schlachtnebenprodukten einen neuen Anteilseigner oder Käufer, um seine Finanzlage zu "normalisieren". Wie das Unternehmen am vergangenen Mittwochmitteilte, sollen die beiden Hauptaktivitäten "Ingredients" und die verbraucherorientierte Schweine- und Rindfleischsparte "Food" zunächst operational, organisatorisch und rechtlich unabhängig voneinander fortgeführt werden. Eine Trennung von "Food" sei allerdings nicht vorgesehen.

Veröffentlichung des Geschäftsberichtes verschoben

Der Geschäftsbericht 2012 wird später veröffentlicht. Der Vion-Vorstand begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass die in den vergangenen Monaten erzielten Erträge aus den Verkäufen von Vion Food UK, Banner Pharmacaps und Oerlemans Foods insgesamt nicht ausreichten, um die bestehenden Verbindlichkeiten des Konzerns zufriedenstellend zu reduzieren. Inzwischen sei deutlich, dass sich so genannte "Impairments" in Höhe von 500 Millionen Euro auf das Nettoergebnis und somit auf das Eigenkapital der Holding auswirken würden. Außerdem zwängen die insbesondere im europäischen Schweinesektor dauerhaft schlechten Marktbedingungen das Unternehmen, prägnante Entscheidungen zu treffen.
Die strategischen Schritte würden zu materiellen Änderungen im Umfang und in der Zu- sammensetzung der Gruppe führen und somit in der Finanzberichterstattung des Unternehmens. Aus diesem Grund habe Vion nach Rücksprache mit dem externen Wirtschaftsprüfer beschlossen, die Veröffentlichung des Geschäftsberichts für 2012 auf einen Zeitpunkt hinauszuschieben, zu dem mehr Deutlichkeit über die genauen Ergebnisse dieses Prozesses bestehe.
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