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Wirtschaft

K+S verabschiedet sich von Gewinnprognose

ez/pd
am
07.08.2013

Die Ankündigung von Uralkali, aus der mit Belaruskali betriebenen Vertriebsorganisation BPC auszusteigen, hat zu Unsicherheiten am Kalidüngermarkt geführt. Der Düngemittelproduzent K+S reagiert.

Vergangene Woche hatte der russische Konzern Uralkali angekündigt, aus der gemeinsam mit der weißrussischen Belaruskalit betriebenen Vertriebsoranisation BPC auszusteigen. Stattdessen wolle man die eigene Kaliproduktion ausweiten.
 
Gleichzeitig sprach der Vorstandsvorsitzende von Uralkali davon, dass er einen Rückgang der weltweiten Kalipreise um 25 Prozent bis zum Jahresende für realistisch halte. 
 
Verursacht hat diese Ankündigung eine erhebliche Unsicherheit im Markt für Kalidünger. Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S spricht davon, dass "weltweit innerhalb weniger Tage mehr als 15 Milliarden Euro Börsenwerte" vernichtet wurden.

K+S: Gegen die losgetretene Preisspekulation ist kein Unternehmen immun

Auch die Aktie von K+S ging auf Talfahrt. "K+S lässt vor diesem Hintergrund Vorsicht walten und hat beschlossen, an der Prognose für das Jahr 2013, das operative Ergebnis leicht steigern zu können, nicht länger festzuhalten", schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Gegen die von Uralkali losgetretene Spekulation über Preisrückgänge am weltweiten Kalimarkt sei kein Unternehmen immun.
Allerdings weist K+S darauf hin, dass man "über besondere Stärken" verfüge. "Im Gegensatz zu Wettbewerbern, die sich ausschließlich auf Kali konzentrieren, haben wir mit unserem weltweiten Salzgeschäft ein kräftiges zweites Standbein, das anderen Marktgegebenheiten folgt", sagt Norbert Steiner, Vorstandsvorsitzender der K+S Aktiengesellschaft.

Kapazitätszuwachs notwendig

Optimismus schöpft K+S auch daraus, dass Kali nicht substitierbar und angesichts des Wachstums der Weltbevölkerung für die Landwirtschaft wichtig ist. "Die weltweite Kalinachfrage mit stetig steigenden Ansprüchen an die Ernährung wird nicht allein mit den derzeit installierten Kapazitäten zu bedienen sein", so K+S.
 
Zur Erschließung neuer Rohstoff-Lagerstätten baut K+S derzeit ein neues Kaliwerk in Kanada. "Unser Legacy-Projekt liegt im Plan. Wir werden dieses wichtige Vorhaben aufgrund bloßer Spekulationen nicht in Frage stellen", sagt Steiner. Mittel- und langfristig verfolge man weiter das Ziel, Umsatz und Ergebnis zu steigern.
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