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Alm

Kuh-Angriff: Schadensersatzforderungen jetzt auch in Deutschland

Alm mit Kühen und Wanderern
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Eva Eckinger, agrarheute
am
18.03.2019
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Nach dem Kuh-Urteil in Österreich fordert nun auch in Deutschland eine Frau Schadensersatz von einer Almbäuerin. Die Wanderin sei von einer Kuh gestoßen worden.

Nach dem österreichischen Kuh-Urteil vom Februar gibt es jetzt auch in Deutschland erste Schadensersatzforderungen von Wanderern.

Im Juli 2018 sei eine Frau aus Schliersee in Bayern auf einem Wanderweg von einer Kuh umgestoßen worden. Die 74-Jährige habe bis heute mit Schmerzen zu kämpfen, wie sie der Zeitung Merkur erzählt. Nun fordert sie Schadensersatz von der Versicherung der Almbäuerin.

Ohne Hund: Wandergruppe auf Almwiesen

Im Sommer 2018 war die Frau mit einer Gruppe Wanderer auf den Almwiesen bei Hausham im Landkreis Miesbach unterwegs. Laut Merkur hatten sie weder Hund noch Stöcke dabei. Zudem trugen sie keine auffällige Kleidung und waren auf dem  ausgeschilderten Wanderweg geblieben, beteuert die 74-Jährige gegenüber der Zeitung. Sie sei mit besonderer Vorsicht an den Kühen, die neben dem Weg standen, vorbeigegangen.

Hornlose Jungkuh stößt Frau um

Doch dann habe eine hornlose Jungkuh plötzlich und "ohne erkennbaren Anlass" mit der Stirn heftig gegen ihre linke Körperseite gestoßen, zitiert sie der Merkur. Die Frau sei laut Zeitung "förmlich ausgehebelt worden und mit dem Oberarm sowie Oberschenkel auf den Boden aufgeschlagen".

Auf der Gindelalm meldeten sie anschließend den Vorfall.

Schadensersatzansprüche gegen Landwirtin

Die Almbäuerin meinte gegenüber der Wanderin, das Tier habe bereits Ärger gemacht und müsse jetzt weg – das berichtet die 74-Jährige dem Merkur. Für ihren Rechtsanwalt sei diese Aussage entscheidend. Sie würde die Schadensersatzansprüche von mehr als 4.000 Euro rechtfertigen.

Denn laut Paragraf 833 Absatz 2 des BGB haftet ein erwerbsmäßiger Tierhalter nur für einen durch sein Haustier verursachten Schaden, wenn er seine Sorgfaltspflicht verletzt hat.

Versicherung lehnt Schadensersatzansprüche ab

Da das Rind laut Aussage der Bäuerin schon einmal Ärger gemacht habe, sei diese Sachlage hier erfüllt. Auf Nachfrage der Zeitung erklärt die Almbäuerin jedoch, dass es sich hier um ein Missverständnis handelte. Sie hatte ein anderes Tier gemeint - das auch bereits von der Alm entfernt wurde.

Letzten Endes müsse die Versicherung klären, ob die Schadensersatzansprüche gerechtfertigt sind. Die hat jedoch klar abgelehnt. Die Bäuerin habe "alle notwendigen und möglichen Schutzvorkehrungen getroffen, um derartige Unfälle zu vermeiden", so die Begründung laut Merkur. Außerdem sei die betreffende Kuh vorher noch nie auffällig geworden.

Kuh-Urteil in Österreich: Konsequenzen für Almbauern

Doch die 74-Jährige wolle das so nicht hinnehmen, erklärt sie gegenüber der Zeitung. Sie leide immer noch unter den Schmerzen, wie ihr auch ein Arzt bescheinigt habe. Nun sucht die Wanderin nach Zeugen, die den Vorfall damals beobachtet haben.

Erst im Februar sorgte ein Urteil aus Österreich für großes Aufsehen. Hier wurde ein Landwirt nach dem Tod einer Touristin zu insgesamt 490.000 Euro Schadenersatz und Hinterbliebenenrente verurteilt. Mehr Informationen zum Kuh-Urteil und den Konsequenzen für die Almbauern finden Sie hier.

Mit Material von Merkur

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