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Wolfsmanagement

Nach Kuh-Riss: Gemeinde sammelt Unterschriften für Wolfsabschuss

Wolf Nahaufnahme
am Freitag, 04.06.2021 - 10:43 (Jetzt kommentieren)

Am 26. Mai wurde in Wippingen eine Kuh gerissen. Verursacher waren höchstwahrscheinlich Wölfe, die in der Region immer häufiger werden und immer weniger Scheu zeigen. Jetzt sammelt die besorgte Gemeinde Unterschriften für den Wolfsabschuss.

Als Familie Hempen am 26. Mai eine ihrer hochtragenden Kühe tot und zerfleischt auf der Weide fand, war nicht nur bei der Landwirtsfamilie selbst der Schrecken groß. Spuren vor Ort und an der Kuh ließen den Rückschluss zu, dass ein oder mehrere Wölfe das Tier gerissen haben, auch wenn der abschließende DNA-Befund noch nicht vorliegt. Die 800-kg-Kuh hatte nur 20 m neben dem Wohnhaus der Hempens gestanden.

Landwirt Johannes Hempen brachte gegenüber agrarheute seine Sorgen zum Ausdruck: "Ich denke, das größte Problem ist, dass die Wölfe komplett die Scheu vor den Menschen verloren haben."

Viele seiner Nachbarn sehen das ähnlich und haben jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet, die den Abschuss der Wölfe, die sich in zu große Menschennähe begeben, fordert.

"Wölfe schränken das ländliche Leben massiv ein"

Seit dem 3. Juni liegen in Wippingen Unterschriftenlisten aus, in die sich die Bürger eintragen können. Daneben kursiert ein entsprechender Aufruf in den sozialen Medien.

Im Text der Unterschriftensammlung werden einige der besonders nahen Wolfskontakte der vergangenen Wochen aufgezählt. Es heißt dazu "Aufgrund dieser Ereignisse meiden immer mehr Menschen jegliche Aktivitäten [...] in der Natur aus Angst vor Wolfsbegegnungen." Auch die Kita vor Ort führe keine Waldspaziergänge mehr durch. "Zusammengefasst schränken die Wölfe das ländliche Leben von Menschen und Tieren massiv ein."

Die Unterschriftenaktion soll einen geplanten Antrag der Gemeinde auf Wolfsabschuss unterstützen. 

Unterschriftensammlung soll Meinung der Gemeinde abbilden

In einem NDR-Beitrag hatte es geheißen, Initiator der Unterschriftensammlung sei der Bürgermeister von Wippingen, Hermann Gerdes. Auf Nachfrage der Gemeindeinformationsseite "Hallo Wippingen" erklärte Gerdes, er habe die Aktion zwar nicht angeregt und auch noch keinen Antrag auf Entnahme der betreffenden Wölfe gestellt, finde aber die Aktion "nicht falsch", weil sie ein öffentliches Meinungsbild darstelle, das Berücksichtigung verdiene.

Die Unterschriftensammlung soll noch bis Montag, den 7. Juni, laufen.

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