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Zweiter Prozess

Kuhglocken-Streit geht weiter

Landwirtin mit ihren Kühen
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Eva Eckinger, agrarheute
am
09.11.2018

Der Kuhglocken-Streit von Holzkirchen geht in die nächste Runde. Doch inzwischen geht es nicht mehr nur um das Geläut von Kuhglocken, sondern auch um Gülle und Insekten.

Die Auseinandersetzung dauert bereits seit Jahren an - nun geht der Kuhglocken-Streit weiter. Ein Ehepaar und eine Landwirtin im oberbayerischen Holzkirchen streiten sich um das Geläut der Glocken. Doch damit nicht genug, wie die dpa berichtet. Inzwischen geht es auch um Gülle sowie Insekten, die von der Gülle und den Kühen angelockt werden. Jetzt soll es einen zweiten Prozess geben.

Kuhglocken, Gestank und Insekten

Ein Ehepaar kaufte sich in Holzkirchen ein Häuschen in idyllischer Lage, so die dpa. Doch die Idylle wird für die beiden offenbar von den zahlreichen tierischen Anwohnern ziemlich getrübt. Laute Kuhglocken, schlechte Gerüche und dann auch noch lästige Insekten. Seit Jahren versuchen sie nun die Kuhglocken von der angrenzenden Weide wegzuklagen. Nun aber stören sie auch der Gestank beim Düngen mit Gülle und die herumfliegenden Insekten.

Klage gegen Landwirtin und Gemeinde

Da die Klage des Ehemanns in erster Instanz abgewiesen worden war, wartet er nun auf die zweite Instanz. Außerdem klagt jetzt auch seine Frau, berichtet die dpa. Heute beginnt der neue Prozess vor dem Landgericht München II. Die Klage richte sich nicht nur gegen die Landwirtin, sondern auch gegen die Gemeinde, die ihr das Gelände gab.

Die beiden hatten erklärt, sie litten wegen der Kuhglocken unter Schlaflosigkeit und Depressionen. Ihr Anwalt erklärte, es sei Tierquälerei und verstoße gegen den Tierschutz, Kühen eine laute Glocke umzuhängen.

Vorgehen entspräche nicht Vorgaben der Düngeverordnung

Das Paar habe sich als Einheimische vor dem Kauf des Hauses versichert, wie es rund um das neue Heim aussehe. Damals habe es hier weder Weideviehhaltung noch Ackerbau gegeben. Es sei immer eine einfache Wiese gewesen, wo man Heu machte, so der Anwalt. Auch mit dem Düngen der Wiese hätten die beiden kein Problem.

Doch die Landwirtin habe „einen Teppich von Gülle ausgebracht. "Das entspricht nicht den Vorgaben der Düngeverordnung. Das ist eine Umweltsauerei sondersgleichen", meint der Anwalt.

Kuhglocken-Streit: Keine Präzedenzfälle schaffen

Für den Holzkirchner Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) habe der Fall grundsätzliche Bedeutung. Immerhin habe das Paar auf dem traumhaft gelegenen Anwesen einen unverbaubaren Blick. Dafür müsse man halt in Kauf nehmen, dass daneben Landwirtschaft stattfindet. Für die Landwirtin wiederum gehe es um ihren Broterwerb. "Insofern ist es für uns als Kommune schon wichtig, dass wir hier nicht Präzedenzfälle schaffen", so von Löwis.

Klage wegen Kuhglocken gescheitert

Der Ehemann war mit seiner Klage wegen der Kuhglocken im Dezember 2017 zunächst gescheitert. Die Justiz berief sich bei ihrer Entscheidung vor allem auf einen Vergleich, den beide Parteien zwei Jahre zuvor beim Amtsgericht Miesbach geschlossen hatten. Agrarheute berichtete.

Demnach durften die Kühe auf einem vom Wohnhaus des Klägers entfernteren Teil der Weide mit Glocken grasen. Doch der Vergleich habe den Lärm kaum eingedämmt, erklärte der Anwalt des Paares.

Nun hoffe man, über die am Vergleich nicht beteiligte Ehefrau und deren eigene Klage mehr zu erreichen. Das Verfahren um die Klage des Mannes in zweiter Instanz steht noch aus.

Mit Material von Sabine Dobel, dpa

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