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Politik international

Kurze Laufzeit der Ausfuhrlizenzen umstritten

von , am
04.02.2010

Brüssel/Berlin - In diesem Wirtschaftsjahr dürfen zusätzliche 500.000 Tonnen europäischer Zucker, der nicht innerhalb der Quoten produziert worden ist, auf den Weltmarkt ausgeführt werden.

© fotolia

Am gestrigen Mittwoch um 11 Uhr endete das sogenannte "schriftliche Verfahren", mit dem die EU-Kommission in Brüssel die Entscheidung gefällt hat.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten sich zuvor - wie berichtet - im Verwaltungsausschuss der Stimme enthalten. Die meisten Länder begrüßen zwar die Möglichkeit zum Absatz von Zuckerüberschüssen, positionierten sich aber nicht im Ausschuss, weil es ihnen zu schnell ging. Umstritten ist zudem die kurze Laufzeit der Ausfuhrlizenzen über lediglich 30 Tage.

 

Rübenbauern und DBV begrüßen höhere Ausfuhrmöglichkeiten

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Rübenbauerverbände (ADR) und der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßen Ausfuhrerhöhung von Nicht-Quotenzucker im laufenden Wirtschaftsjahr um 500.000 Tonnen. "Damit reagiert die EU-Kommission endlich auf die außergewöhnliche Situation auf den internationalen Zuckermärkten", so der Bauernverband: Während optimale Witterungsbedingungen in Europa zu deutlich höher als geplanten Ernten führten, habe sich auf dem Weltmarkt ein stattliches Versorgungsdefizit aufgebaut, da hier wichtige Erzeugerländer witterungsbedingt ausgefallen sind.

Erzeuger können zur Entlastung auf dem Weltmarkt beitragen

Angesichts der Entwicklung von Nachfrage und Angebot auf dem Weltmarkt für Zucker könnten die deutschen und europäischen Erzeuger jetzt zu einer Entlastung auf dem Weltmarkt beitragen, stellten die Verbände in Berlin fest. Auch könne keine Rede mehr von gestützten Exporten sein, da die aktuellen gestiegenen Weltmarktpreise deutlich über den Preisen von EU-Quotenzucker liegen. (aiz/pd)

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